Für das "Haus der Flüsse" an der Elbstraße in Havelberg haben gestern die Bauarbeiten begonnen. Für das Fundament wird die Erde ausgehoben. Nächste Woche wird auch die Technologie für den Bau des Steges zur "Petroleuminsel" eingerichtet.

Havelberg l Für Armin Wernicke war gestern ein guter Tag: Endlich konnten die Bauleute der Havelberger Firma HTI mit den ersten Arbeiten für die Gründung des Informationszentrums beginnen, das die Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe in der Elbstraße errichtet. Lange Genehmigungsverfahren hatten die Zeit fortschreiten lassen. Nun haben die Baggerarbeiten für das Fundament begonnen.

Zunächst wird die Kubatur der Fundamente bis auf anderthalb Meter Tiefe ausgehoben. In der nächsten Woche werden die Tragschichten eingebracht, erklärt Matthias Glück, der für das Biosphärenreservat das Projekt begleitet. In der nächsten Woche soll auch die Technologie für das Gründen des Steges eingerichtet werden. Vom Gelände des ehemaligen Betonsteinwerkes aus wird der Steg auf die neuangelegte Petroleuminsel führen. Die Besucher können sich vom Steg aus in der Praxis anschauen, was unter der Havelrenaturierung unter anderem mit Altarmanschluss und Deckwerksbeseitigung zu verstehen ist. Der Naturschutzbund Nabu hat dieses Projekt bereits abgeschlossen.

Holzbau soll im August aufgebaut werden

Der Altarm der Havel muss für die Gründung des Steges noch einmal durch einen Damm geschlossen werden, berichtet Armin Wernicke. Es wurden mehrere Technologien geprüft. Die mit der Aufschüttung eines Damms hat sich als die wirtschaftlichste erwiesen. Das Bohrgerät, das die Pfähle einbringt, muss auf die Insel, der dabei entstehende Erdaushub entsorgt werden. "Vom Wasser aus wäre das sehr aufwändig, die nun gefundene Lösung ist die beste."

Das "Haus der Flüsse" - dieser Haupttitel steht jetzt für den bisherigen Namen "Natura 2000" - nimmt eine Fläche von zirka 60 mal zehn Metern ein. Das Gebäude wird hauptsächlich aus Holz gebaut und vorgefertigt. "Die Endmontage erfolgt hier auf der Baustelle", sagt Ronald Rudolph von der D-Werk-Planungsgesellschaft Halle. Im August soll das aufgebaut werden.

Das Infozentrum, das mit multimedialer Technik ausgestattet wird, bietet ab der Eröffnung der Bundesgartenschau im April 2015 viel Wissenswertes etwa zur Flusslandschaft Elbe und ihren Nebenflüssen, zum Schutzgebiet Natura 2000, zu Biosphärenreservaten weltweit und zu Flora und Fauna an Elbe und Havel. Das Gerüst mit der Ausstellungsarchitektur und technischen Ausstattung steht. Derzeit erfolgt die inhaltliche Feinabstimmung für die einzelnen Themenbereiche. "Die verschiedenen Baustufen laufen parallel, viele Aufträge sind bereits vergeben", sagt Armin Wernicke. Die Außenanlagen werden ebenfalls gestaltet und mit Infopunkten ausgestattet.

Das "Haus der Flüsse" wird über die Zeit der Bundesgartenschau hinaus Groß und Klein als Inforzentrum dienen. Die Reservatsverwaltung schafft damit mehr Raum. Seit 2004 hat sie im Beguinenhaus am Salzmarkt eine Infostelle. Diese hat sich im Laufe der Zeit als zu klein erwiesen, um dem Informationsbedarf der Besucher gerecht werden zu können.