Havelberg (ans) l "Das Schweigen des Quetzals" heißt der neue Lyrikband von Renate Sattler. Daraus wird die Magdeburger Schriftstellerin am heutigen Dienstagabend in der Buchstation des Kulturprojektes Stadtinsel lesen. Ihre Texte speisen sich aus der Schönheit von Landschaften. Das sind aber auch Landschaften, die verlassen werden, Dörfer, deren Zukunft Wüstung heißt. So schreibt sie im Gedicht "In der Prignitz": "Der Seeadler ist zurückgekehrt, der Kormoran nistet an den Ufern. Die Dörfler ziehen über den Fluss."

Kriegsgräber und -stadt

In ihrem Buch geht die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Schriftsteller Sachsen-Anhalt den Spuren von Kriegsgräbern aus der Römerzeit im Hunsrück, auf dem Privatfriedhof der Verwalter des Schlosses Röderhof unterhalb der Huysburg und Lindhorst nach. Sie warnt vor der Kriegsstadt Schnöggersburg in der Heide und mahnt in dieser Zeit Frieden an, in der der Quetzal verstummt, weil ein Krieg beginnt.

Renate Sattler, Jahrgang 1961, liest zwischen den Gedichten Erzählungen, in denen es um einen Freskenmaler aus der Antike geht, um die Begegnung mit Franz Liszt in der "Sonate h-moll" und die Frage zur Rolle der Kunst in heutiger Zeit. Zum Abschluss führt sie ihr Publikum zum Maler und Bildhauer der Irokesen auf den Adlerberg in Kanada.

Vor zwei Jahren wurde die Lesereihe "Hör` mal wieder was von" vom Kulturprojekt ins Leben gerufen. Zum kleinen Jubiläum ist mit Renate Sattler die Autorin zu Gast, die bereits zur Premiere gelesen hat. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr in der Buchstation in der Langen Straße 10. Der Eintritt ist frei.