Havelberg (ans) l Wieder einmal gab es bei der Wahl des Stadtratsvorsitzenden in Havelberg eine Überraschung. Normalerweise ist diese Position dem Wahlsieger vorbehalten. Das wäre die SPD, die mit 32,5 Prozent am 25. Mai das größte Wählervotum erzielte. Die CDU hatte 29,2 Prozent erreicht, die Linke 23,0 Prozent. SPD und CDU haben jeweils sechs Sitze im Rat, die Linke fünf, jeweils einen die FDP, die Wählergemeinschaft Nitzow und das Bündnis Stadt-Land.

Die SPD-Fraktion schlug auf der konstituierenden Sitzung am Mittwoch Uwe Klemm für den Vorsitz vor. Er hatte das Amt im vorigen Rat bereits bekleidet und bis auf eine fünfjährige Pause, als die Linke den Vorsitz hatte, davor bereits zehn Jahre. Im letzten Rat hatte die SPD mit der CDU überraschend eine Koalition gebildet und damit der Wahlsiegerin Linke den Vorsitz weggeschnappt. Dieses Mal gab es keine Koalitionserklärungen. Der ehemalige Koalitionspartner schickte dagegen mit dem langjährigen Stadtrat Gerhard Imig einen eigenen Kandidaten ins Rennen. In der geheimen Abstimmung vereinte er elf Stimmen auf sich, Uwe Klemm erhielt neun Stimmen, eine Stimme war ungültig.

Für den Posten des Stellvertreters schlug die Linke Anke Dorsch vor. Nicht abgesprochen schien der Vorschlag der SPD: Der neue Fraktionsvorsitzende Jürgen Kerfien nannte Sven Hetke. Dieser zeigte sich überrascht und lehnte die Kandidatur ab. In der ebenfalls geheimen Abstimmung erhielt Anke Dorsch dann 15 Stimmen, sechs waren ungültig.

Aufgrund der gleichen Sitzverteilung für SPD und CDU musste bei der Zuteilung der Fachausschüsse das Los über den Erstzugriff entscheiden. Gerhard Imig hatte die erste Wahl und entschied sich für den Kultur- und Sozialausschuss. Die SPD wählte den Bauausschuss. Den Vorsitz im Umweltausschuss übernimmt die Linke.