In einer so dicht am Wasser gelegenen Ortschaft kein Boot für den Ernstfall zu haben, soll der Neuermark-Lübarser Feuerwehr nicht mehr passieren. Selbst haben sie sich ein Boot angeschafft.

Neuermark-Lübars l Beim Traktoren-Umzug zum Heimatfest im Juni hat die Feuerwehr ihr Boot erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Und vor wenigen Tagen bat Wehrleiter Lutz Pesenecker die Kameraden zum Ufer des Lübarser Bruchs, wo "HW 8,36/2013" erstmals zu Wasser gelassen wurde.

Der Kahn ist nicht etwa neu, sondern hat schon etliche Kilometer auf dem Wasser zurückgelegt, lange Zeit stand er auf dem Trockenen. "1974 war er in der Werkstatt der LPG gebaut worden, die Angler haben ihn genutzt. Nach der Wende stand er 20 Jahre in der Scheune auf dem Schweinestallgelände. Als hier alles abgerissen wurde, habe ich das Boot zusammen mit Gerhard Polarek erst einmal in Sicherheit gebracht. Wassertauglich war es zu dem Zeitpunkt nicht mehr", berichtet Lutz Pesenecker, der ein Faible für alte Fahrzeuge und Gerätschaften hat.

Und dann kam die Flut. Dringend hätte auch die Neuermark-Lübarser Feuerwehr ein Boot gebraucht. Denn das Dorf war zur Insel geworden und die Verbliebenen mussten sich selbst versorgen. Glücklicherweise konnten sie für die Überfahrten nach Klietz noch ein Boot auftreiben, "aber das war eine Nussschale, in die wir kaum etwas reinbekommen haben".

Lutz Pesenecker machte sich also ans Werk, den rostigen Kahn wieder wassertauglich zu machen. Erst einmal musste sämtlicher Rost ab und neue Farbe drauf. Auch das Holz wurde ausgebessert und entsprechend der Vorschriften der Unfallkasse Anker und Rettungswesten angeschafft. Natürlich musste auch ein neuer Motor her. Und ein Trailer, damit das Boot zum Wasser gebracht werden kann. 1000 Euro wurden investiert - von privat.

Beim Namen für das Boot musste Lutz Pesenecker nicht lange überlegen. In Anlehnung an die Flut steht das "HW" für Hochwasser, "8,36" für die Höhe des Elbpegels und "2013" für das Katastrophenjahr. Aufgemalt hat den Schriftzug Lars Klatt aus Hohengöhren.

Bei der ersten Übung vor wenigen Tagen zog ein "Famulus 36", Baujahr 1962, das Boot zum Bruch. Problemlos konnte es zu Wasser gelassen werden.

Jeden ersten Freitag im Monat treffen sich die 15 Aktiven der Feuerwehr zur Ausbildung. Insgesamt hat die Wehr derzeit 26 Mitglieder. Der letzte Einsatz war im Herbst ein Schuppenbrand.