Mit dem Requiem in d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart und der Sinfonie in h-Moll von Franz Schubert erlebten die Zuhörer am Sonntagnachmittag im Havelberger Dom einen musikalischen Hochgenuss.

Havelberg l Die über 100 Mitwirkenden von den Magdeburger Philharmonikern, den Sängerinnen und Sängern des Havelberger Kantatenchores und dem Vokalensemble des Hamburger Mozarteums faszinierten mit ihren Klängen und Stimmen. Als Solisten traten Elisabeth Feldmann (Sopran), Sandra Marks (Alt), Clemens Löschmann (Tenor) und Michael Rapke (Bass) auf. Die Gesamtleitung des Konzertes stand unter der Regie des Havelberger Domkantors Matthias Bensch.

Proben bis eine Stunde vor dem Konzert

Bevor das umfangreiche Werk zur Aufführung kam, standen zahlreiche Proben auf dem Programm. Und sogar noch eine Stunde vor Konzertbeginn erklangen die letzten Töne und Stimmen, um der Aufführung den allerletzten Schliff zu verleihen.

Während sich dann die Plätze im angenehmen kühlen Dom füllten - die Außentemperaturen lagen immerhin bei über 30 Grad Celsius -, ließen sich die Mitwirkenden Kaffee und selbstgebackenen Kuchen der Gastgeber schmecken. Sie relaxten im Innenhof des Kreuzgangs oder unternahmen noch einen kurzen, entspannenden Spaziergang auf dem Domplatz.

Am Eingang zum Gotteshauses konnten unterdessen noch letzte Eintrittskarten erworben werden. Mehrere hundert Besucher wurden gezählt. Max Tietze von der Havelberger Kirchengemeinde verteilte Programmhefte mit Inhalt des Konzert. So erfuhren die Zuhörer, die aus allen Himmelsrichtungen nach Havelberg angereist waren, wie die bekannten Komponisten ihre Werke schufen: Mozart erhielt im Jahr 1791 von einem Unbekannten den Auftrag, ein Requiem zu komponieren. Leider hinterließ der Komponist nur ein Fragment, denn sein Tod verhinderte die Vollendung. Es ist die letzte, nicht fertige Komposition des weltbekannten Künstlers. Trotzdem gehört sie zu den beliebtesten, bekanntesten und am höchsten eingeschätzten Werken Mozarts. Das Orchester nimmt eher eine dienende Funktion ein und die Vokalsolisten traten hinter dem Chor deutlich zurück und waren zumeist als Ensemble eingesetzt.

Als weniger dramatisch wird die Gestaltung der Sinfonie von Franz Schubert charakterisiert, die als "Die Unvollendete" bekanntgeworden ist. Nach einjähriger Arbeit an dem Werk verkaufte der Komponist seine Arbeit 1822 als fertige Sinfonie angeblich an den Steiermärkischen Musikverein. Es gibt aber noch eine andere These, die sagt, dass Schubert "auf Grund der Nähe zum dritten Satz von Ludwig van Beethovens 2. Sinfonie seine Komposition nach dem zweiten Satz beendet hat".

Langanhaltender Beifall und stehende Ovationen

Die Besucher konnten während des anderthalbstündigen Konzertes selbst entscheiden, ob es eine unvollständige oder eine vollkommene Aufführung war. Der langanhaltende Beifall, der nach dem letzten Ton die Konzertbesucher von den Kirchenbänken riss, zeigte: Es war ein vollkommener musikalischer Sonntagnachmittag, der bei allen in sehr guter Erinnerung bleibt und schon Vorfreude auf nächste Konzerte geweckt hat.

"Estampie" spielt auf historischen Instrumenten

Im kommenden Buga-Jahr, wird auch der Dom mit einigen hochkarätigen Konzerten auf sich aufmerksam machen. Doch auch 2014 können sich die Freunde der Kirchenmusik noch auf weitere Konzerte freuen. So findet am kommenden Sonnabend der MDR-Musiksommer ab 17 Uhr im Dom statt. Das Konzert lädt zu einer musikalischen Zeitreise in den hohen Norden des Mittelalters ein. Auftreten wird das Ensembles "Estampie". Die Musiker entdecken auf ihren historischen Instrumenten alte Balladen, Lieder über Trolle, Ritter und tanzende Bären.

Musik aus sächsischen Schlosskirchen mit Werken für Barockoboe und Orgel mit dem Ensemble Concert Royal aus Köln gibt es am Sonntag, 20. Juli, ab 18 Uhr im Havelberger Dom.

   

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