Havelberg l Die große Paddeltour des Havelberger Jugendzentrums ist abgesagt. Schweren Herzens musste der Leiter der Einrichtung Rolf Müller diese Entscheidung treffen. Doch personelle Engpässe ließen keine andere Lösung zu, berichtet er im Gespräch mit der Volksstimme. Die Tour sollte am Dienstag kommender Woche in Thale im Harz starten und über Bode, Saale, Elbe, Elb-Havel-Kanal und Havel zurück in die Hansestadt Havelberg führen.

Zum 31. Juli laufen sechs der insgesamt zehn Bürgerarbeiterstellen im Jugendzentrum aus. Die ersten vier hatten bereits im April geendet. Zwar hat das Jugendzentrum über das Programm "Aktiv zur Rente" wieder Stellen bewilligt bekommen. Doch sind diese Mitarbeiter auf die zum Jugendzentrum gehörenden Jugendklubs verteilt worden, damit die Arbeit dort kontinuierlich fortgesetzt werden kann.

Rolf Müller hatte über weitere AGH-Maßnahmen des Jobcenters auf Ein-Euro-Jobber gehofft, die im Juze in Havelberg eingesetzt werden. Doch ist es sehr kompliziert, die Stellen mit geeigneten Leuten zu besetzen, erklärt er. "Die Alternative wäre gewesen, das Jugendzentrum für die Zeit der Paddeltour zu schließen."

Die anderen für die Sommerferien geplanten Ferienfreizeiten finden statt. Am 10. August beginnt das Sommerzeltlager, das in diesem Jahr wiederum im Erlebnisbad in Havelberg ausgerichtet wird, da der Bereich am See in Kamern nach der Flut im vorigen Jahr noch nicht wieder fertig ist. Die Stadtwerke stellen den Platz dafür wieder bereit, "dafür sind wir sehr dankbar".

Zum Ferienauftakt geht`s am Freitag nach Billberge

Die zweite Kanutour, die ebenso wie die erste seit langem ausgebucht ist, startet am 17. August. Sie ist für jüngere Teilnehmer von 10 bis 18 Jahren gedacht und führt auf der künftigen Buga-Strecke auf der Havel von Brandenburg nach Havelberg.

Die Absage der ersten Kanutour ist bedauerlich. So etwas hat es noch nie gegeben, sagt Rolf Müller. Er hatte sich gefreut, dass auch in diesem Jahr wieder die Gelder zur Unterstützung der Ferienfreizeiten bewilligt wurden.

Zum Ferienauftakt an diesem Freitag, 18. Juli, beteiligt sich das Jugendzentrum wieder am Kinderfest des Landkreises und des Kreis-Kinder- und Jugendrings in Billberge. Das Juze ist mit einem Stand mit Beschäftigungsmöglichkeiten vertreten. Aus der Elb-Havel-Region fahren drei Busse mit Kindern von sieben bis zwölf Jahren auf die westelbische Seite. Organisiert wurde dies über die Horte und die Jugendklubs. Unabhängig davon können Eltern mit ihren Kindern teilnehmen. Es wird auch eine Gesprächsrunde mit Kreis- und eventuell Landespolitikern - letztere haben am Freitag Landtagssitzung - zum Thema Kinder- und Jugendarbeit geben.

Wenn das Jugendzentrum doch noch Ein-Euro-Jobber bekommen sollte, könnten noch zusätzliche Ferienbeschäftigungen angeboten werden, blickt Rolf Müller voraus. Eine Fahrt in einen Hochseilgarten ist bereits geplant. Gestern Nachmittag hatte er einen weiteren Termin im Jobcenter.