Es hat alles nichts genutzt: Trotz Protestschreiben, Plakaten, bunten Girlanden und Unterschriftensammlungen schloss gestern die Grundschule Schollene für immer ihre Pforten.

Schollene l "Das war`s denn" - mit diesen Worten verabschiedete sich ein tief bewegter Schulleiter Gunnar Berg beim Abschlussfest am Donnerstagabend von seinen Schützlingen. Mit Liedern, Gedichten und Sketchen hatten die Kinder noch einmal anderthalb Stunden lang gegen die trüben und zornigen Gedanken angekämpft, mit welchen besonders die Erwachsenen unter den Zuschauern zu kämpfen hatten.

So erklangen Westernmelodien, welche Tim Kohlhase und Jette Kempf mit ihrem Gitarrenlehrer Götz von Kirn darboten. Ramon Hülse, Amy Greising und Leandro Berger aus der 2. Klasse berichteten in Reimform vom "Riesen Timpetu" und die Erstklässler Marie Uhlig, Oliver Gortat und Lena-Marie Koch snackten up Platt "Versöök dat mal".

Am bewegendsten war jedoch für alle Anwesenden das Abschlusslied "Alte Schule, altes Haus": "Ich geh` ein letztes Mal durch deine Tür", sangen die Schüler im Refrain. Hier hatten sie lesen, schreiben und rechnen gelernt, hatten sich wohlgefühlt - doch "es führt kein Weg zurück, nun werden wir dich nur noch aus der Ferne sehen". Viele der erwachsenen Gäste hatten Tränen in den Augen und einen dicken Kloß im Hals. Auch an Schulleiter Gunnar Berg ging das nicht spurlos vorbei, er klatschte zum Abschied alle Sänger ab.

Lehrer gehen nach Klietz

Seine Zukunft ist in Sandau, dort wird er die Schule leiten. Seine Kollegen Anja Berg, Annegret Neumann, Kathrin Kettern und Margit Lemke gehen nach Klietz, ebenso die pädagogische Mitarbeiterin Sylvia Hodum, der Sozialarbeiter wird in Klietz und Sandau tätig. Die 54 Schüler zerstreuen sich in alle Winde: das Gros geht nach Klietz, andere nach Sandau, Rathenow und Großwudicke.

Die Schule sehr vermissen wird Erika Gorges vom Heimatverein: "Das war böse! Die Schüler waren oft bei unseren Veranstaltungen dabei, sie haben den kulturellen Teil sehr bereichert - das fällt nun weg."

Ab der kommenden Woche werden die Räume ausgeräumt. Unklar ist die Zukunft der Schulküche, über die Hälfte der Esser fällt nun weg.

Bilder