Sonntags ist auf der Havelberger Stadtinsel zumeist Vernissage-Zeit. Gestern war das in der Galerie des Kulturprojektes in der Langen Straße 36 der Fall. Eine Ausstellung mit Malerei und Grafik von Sueheyla Asci aus Berlin wurde eröffnet.

Havelberg l Bereits das Motto der Ausstellung "Cherchez la femme" leuchtet ein: Dahinter steckt bestimmt eine Frau. Und diese Frau ist 1961 in der Türkei geboren, erhielt ab 1988 Malunterricht und wurde nach verschiedenen Studienaufenthalten 1996 zur Meisterschülerin ernannt. Sie lebt und arbeitet in Berlin und beschreibt ihre künstlerische Tätigkeit mit folgenden Worten: "Ich sage nie: Ich erkläre das Ding für fertig, sondern ich warte darauf, bis der Gegenstand sich meldet und sagt: Ich bin fertig ... Ich versuche das zu verwirklichen, was die Intention verwirklichen will... Der Gegenstand muss sich erstmal gemeldet haben... Wenn sich keiner meldet, dann zeichne oder male ich nicht."

Dr. Ludwig Meyerdierks, ein Freund der Künstlerin, führte die Besucher gestern zur Eröffnung in die Ausstellung ein. Sueheyla Asci hat für ihre zum Teil großen, abstrakten Bilder eine typische Mischtechnik mit Collagen, Kalligraphien und zusammengesetzten Bildern entwickelt, die als Ganzes etwas völlig Neues werden und eine einzigartige Ausdrucksform der Künstlerin darstellen. "Sie blieb aber nicht bei dieser Ausdrucksform stehen, denn sie ist eine stets suchende, sich vielseitig weiterentwickelnde Künstlerin mit neuer Spontaneität und Mut zu Reflexion ihrer Emotionen", so Ludwig Meyerdierks. "Die Frau hinter den Bildern - das Motto der Exposition - zeigt sich in neuen, mehr figürlich ausgeführten, farbigen expressiven Darstellungen, die mehrere Ebenen miteinander verschränken. Ich verweise hier unter anderem auf die Harlekin-Reihe und insbesondere auf die geheimnisvolle, zweigesichtige Darstellung des Harlekin II."

Die Federzeichnungen entstehen morgens nach dem Aufstehen bei einer Tasse schwarzen Kaffees und der ersten Zigarette. "Mit einer Besessenheit bis zur Erschöpfung werden spontane Ideen und transferierte Traumgebilde festgehalten und in der Folge nicht mehr relevant verändert. So entstehen mystische Zeichnungen, die später oft botanisch oder auch mytologisch gedeutet werden können und die zum Teil zart mit einer speziellen Technik farbig unterlegt und so figürlich betont werden."

Bis zum 14. September können sich Kunstinteressierte selbst ein Bild davon machen und auch Bilder käuflich erwerben.

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