Viele Themen wurden am Freitagabend bei der Einwohnerversammlung in Jederitz angesprochen. Im Mittelpunkt stand die Frage, was kann die Stadt noch leisten und wie können die Jederitzer sich selbst einbringen, um den Ort voranzubringen. Dabei spielte auch die Bundesgartenschau 2015 eine Rolle.

Jederitz. Nicht alle im Feuerwehrraum bereitgestellten Stühle waren besetzt, aber rund 20 Einwohner von Jederitz waren der Einladung des Ortschaftsrates gefolgt. Sie nutzten am Freitagabend die Gelegenheit, um mit Ortsbürgermeisterin Beatrix Groos, Ortschaftsräten sowie Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski, Ordnungsamtsleiter Klaus Heidrich und Stellvertreter Dieter Härtwig sowie Bauhofleiter Volker Kanzler über anstehende Probleme zu sprechen.

Mit Ordnung und Sauberkeit im Ort, Grünanlagenpflege, Situation an nicht bewohnten Grundstücken, Winterdienst, Jugendklub, Straßenbau und anderem mehr gab es ausreichend Diskussionsstoff. Allerdings, so schätzte der Bürgermeister ein, sind viele Dinge davon gut selbst im Ort zu lösen. Er nutzte die Gelegenheit, um die Jederitzer über die finanzielle Situation der Stadt zu informieren und warb dafür, dass jeder überlegt, inwieweit er bereit und in der Lage ist, sich selbst ins Gemeinwohl einzubringen. Meckern oder Ideen haben allein reiche nicht, sagte er.

Vor der Einwohnerversammlung hatte er sich die Gemeindegebietsvereinbarung angeschaut, die zum Zusammenschluss zur Einheitsgemeinde unterschrieben worden war. Für Jederitz war darin die Ortsdurchfahrt enthalten, die bis zum Ende dieses Jahres gebaut sein soll. Die Stadt hat dafür ihren Eigenanteil für Geh- und Radweg sowie Entwässerung eingeplant. Die Planungen für den Straßenbau, für den der Landesbetrieb Bau verantwortlich zeichnet, liegen derzeit im Rathaus aus. "Wir gehen davon aus, dass die Bauarbeiten im Mai beginnen können", berichtete der Bürgermeister.

Ebenfalls in diesem Jahr gebaut werden soll der Havelradweg zwischen Havelberg, Jederitz und Kuhlhausen. Hier erfolgt die Vergabe der Aufträge im Februar.

Sind an der Straße Parktaschen eingeplant, wollte Peter Hirth wissen. Hier gab der Bürgermeister zu bedenken, ob sie wirklich erforderlich sind, denn sie kosten nicht nur mehr Geld – auch für die Bürger –, sondern sie müssen auch gepflegt und unterhalten werden.

Zur Frage, wie sich Jederitz in die Buga einbringen kann, sagte er, dass "die größte Freude, die wir uns alle machen können, ist, zu überlegen, wie wir die Ortsdurchfahrt, wenn sie fertig ist, gestalten können." Es gibt noch immer die Idee vom längsten Blumenband entlang der 70 Kilometer zwischen Havelberg und Brandenburg. Hier könne überlegt werden, wie Rabatten zu gestalten sind. "Aber es geht nicht nur ums Pflanzen, sondern auch um die Pflege. Wenn wir Ideen haben, müssen wir auch durchhalten", mahnte Bernd Poloski an.

Die ehrlichen Worte zur Situation der Stadt hätte er sich eher vom Bürgermeister gewünscht, sagte Volker Kunz. Wenn bestimmte Leistungen nicht mehr erbracht werden könnten, wäre es wohl kein Problem, sich als Einwohner einzubringen – so wie beim Arbeitseinsatz im vorigen Jahr.

Die von der Stadt gewünschten Patenschaften für öffentliche Flächen sollten in Jederitz zu schließen sein, zumal schon jetzt Bürger Flächen mit pflegen.

Ein Schwerpunkt wäre noch die Gestaltung des Dorfanger. Doreen Müller bot als Erste eine Patenschaft für eine Grünfläche an, Volker Kunz seinen Rasenmäher für die Nutzung auch durch andere.

Der Bürgermeister regte an, dass der Ortschaftsrat eine Übersicht erstellt, wer welche öffentliche Flächen pflegen würde. "Das wäre ein schönes Signal, wenn die Jederitzer die Ersten sind, die die Patenschaft mit der Stadt umsetzen."