"Flüsse schützen – Leben schützen" – unter diesem Motto stand die diesjährige Aktion "Fackeln für die Elbe". Entlang von Elbe und Donau protestierten Naturfreunde auf diese Art gegen den Ausbau der beiden Flüsse. Auch auf dem Elbdeich am Vorwerk von Neuermark-Lübars hatten sich um die 50 Fackelträger eingefunden.

Neuermark-Lübars. Per Handy stand Organisator Günter Klam aus Kamern mit den Arneburger Naturfreunden in Verbindung. "Unsere Frau Harke ist gut zu sehen,", zeigte er sich zufrieden. Ebenso mit der Resonanz, denn um die 50 Naturfreunde waren am Vorwerk von Neuermark-Lübars erschienen. Es befindet sich auf Höhe von Klietz, genau gegenüber von Arneburg. Dort drüben auf dem Berg vor der Kirche flackerten in der einbrechenden Dunkelheit gleichfalls etliche Lichter. Hierher hatte die Bürgerinitiative gegen das geplante Steinkohlekraftwerk zur zentralen Veranstaltung geladen.

Mit dabei unter den Fackelträgern war auch Verbandsgemeindebürgermeister Bernd Witt. Er ist der Meinung, dass der Fluss nicht den Schiffen angepasst werden soll, sondern es müsse umgekehrt sein. Er ist aber auch dafür, mehr Transporte von der Straße auf den Wasserweg zu verlegen, wie zum Beispiel von Schüttgut.

Auch als Angler ist er sehr für einen naturnahen Fluss. Seit der Wende hat sich in Bezug auf die Wassergüte viel getan, jetzt kann man wieder Elbfische essen und in dem Gewässer baden. Das war in der DDR etwas anders, in der Faserplatte Tangermünde, wo er damals arbeitete, wurden öfter mal schädliche Substanzen in die Elbe geleitet.

Aus Neuermark-Lübars stand ebenfalls ein Truppe auf dem Deich, etliche Kinder hielten Fackeln in den Händen. "Wir wollen den Arneburgern zeigen, dass auch wir vom östlichen Elbufer gegen das geplante Kohlekraftwerk und den Ausbau von Elbe und Donau sind", erklärten Jana Schulz und Nicole Schickhoff. Schade fanden sie, dass die Feuerwehren fehlten. Mit dabei waren auch Havelberger, Klietzer, Kamernsche und Bürger von den Dämmen. Und als die Fackeln heruntergebrannt waren, gab es ein Wärmfeuer und Gegrilltes auf dem Hof der Gastgeber Jaqueline Ladwig und Frank Stempin.