Im "Grünen Haus" am Kamernschen See bestimmten Pippi Langstrumpf und Co. für eine Woche lang das Leben von 60 Kindern und ihren 40 Betreuern und Helfern. Mit Geländespielen, Nachtwanderung, Seeschlacht und anderem mehr waren abenteuerliche Ferien garantiert.

Kamern l Freitagnachmittag in der Kamernschen Kirche: Die Glocken läuten zum Abschlussgottesdienst der Kinderfreizeit der evangelischen Kirchgemeinden Sandau und Schönhausen. Kaum ein Platz ist noch frei. Kinder, Betreuer, Helfer, Eltern und Großeltern haben sich zusammengefunden, um vor der Fahrt nach Hause auf die Woche Kinderfreizeit zurückzublicken. Dann wird es rockig. Die Band der Jungen Gemeinde stellt nach Queens "We will rock you" den Anti-Regen-Song vor, der zu Beginn der Ferienreise gesungen wurde, um den Gewittergüssen bald Einhalt bieten zu können.

Pfarrer Ralf Euker aus Schönhausen begrüßt gemeinsam mit Gemeindepädagoge Andreas Gierke die vielen Gäste zum Gottesdienst und der Rückblick auf die Kinderfreizeit beginnt. Um die 100 Leute hatten am Sonnabend zuvor ihr Quartier im "Grünen Haus" von Stefanie Wischer in Kamern aufgeschlagen. Dieses Ferienangebot, das immer unter einem bestimmten Thema steht, hat schon Tradition in den Pfarrbereichen des Elbe-Havel-Landes und ist beliebt bei den sechs- bis zwölfjährigen Kindern, für es gedacht ist. Dieses Mal drehte sich alles um die Figuren aus den Kinderbüchern der schwedischen Autorin Astrid Lindgren, allen voran Pippi Langstrumpf. "Lass dich nicht unterkriegen. Sei frech und wild und wunderbar", lautete das Motto.

Nachtwanderung und eine große Seeschlacht

Die meisten Kinder sind aus der Elb-Havel-Region angereist, aber auch aus dem Brandenburgischen, aus Tangermünde, Tangerhütte und Burg, berichtet Ralf Euker im Gespräch mit der Volksstimme. Ihnen zur Seite stehen 40 Betreuer und Helfer, darunter etliche aus der Jungen Gemeinde, die schon erfahren sind im Organisieren der Ferienfreizeit und ebenfalls großen Spaß daran haben. Sie sprühen vor Ideen und sorgen dafür, dass den Kindern nicht langweilig wird.

Zum Beispiel mit Geländespielen und Nachtwanderung. Denn bis am Donnerstagabend endlich die Geburtstagsparty von Pippi gefeiert werden kann, gilt es einige Hindernisse zu überwinden. So wird zum Beispiel Ronja Räubertochter auf einer Burg gefangen gehalten und muss befreit werden. Pippis Affe Herr Nilsson ist verschwunden und der Propeller von Karlsson vom Dach gestohlen. Kalle Blomquist braucht Hilfe und kurz bevor die Geburtstagsparty starten soll, ist auch noch Pipps Vater weg. Zum Befreien brauchen die Kinder ein Boot. Mit einer Seeschlacht schaffen sie es, dass auch er pünktlich zur Party wieder da ist.

Die Tage beginnen jeweils mit biblischen Themen, die zu den Geschichten passen, wie zum Beispiel Verlieren und Finden. Im Lego-Workshop können diese nachgebaut werden. Es gibt einen Theater- und einen Musikworkshop. Die Ergebnisse stellen die Teilnehmer zum Abschluss in der Kirche vor, außerdem zeugen viele Fotos vom Erlebten. Jeden Tag entstand eine Strophe mehr für das Lied zur Kinderfreizeit. Begeistert wird das Lied in der Kirche gesungen, begleitet von der Band der Jungen Gemeinde.

Ein großes Dankeschön an alle Helfer

"Hur mar du?" ruft Andreas Gierke auch am Freitag laut durch die Kirche. "Jättebra", schallt es zurück, wird die Frage "Wie geht es dir?" eindeutig mit gut/prima beantwortet.

Der Gemeindepädagoge aus Kamern, der als gelernter Koch mit vielen Helfern auch wieder für das leibliche Wohl verantwortlich zeichnete, nutzt die Gelegenheit, den vielen Helfern danke zu sagen: Zum Beispiel den Gruppenleitern und Teamern, Friedrich, der als "Manager" genau wusste, welche Arbeit zu erledigen war, Lotti und Bettina, die in der Küche im Einsatz waren, dem Büroteam Tini und Judith sowie Bastian, der sich mit Ralf Euker um alles Technische kümmerte.

Dass viele Aktivitäten an der frischen Luft hungrig machen, davon zeugen Zahlen aus der Küche: 10 Kilo Milchreis und 12 Kilo Nudeln wurden zum Beispiel verarbeitet, für Hot Dogs 300 Brötchen benötigt, 300 Fischstäbchen wurden gebrutzelt und natürlich gab es auch schwedische Köttbullar. Andreas Gierke sagt auch dem Kamernschen Einkaufsmarkt danke, wo es stets unkompliziert ist mit der Beschaffung der Lebensmittel. Außerdem den Spendern, die Obst, Gemüse, Jagdwurst und frischen Kuchen vorbeibrachten und natürlich Stefanie Wischer vom "Grünen Haus".

   

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