Für den Havelberger Rotary Club ist es seit über 15 Jahren gute Tradition, Jugendliche aus der Region in die verschiedensten Länder auf der Erde zu entsenden und im Austausch Jugendliche von dort zu empfangen.

Havelberg l In jedem Jahr verbringen mehr als 650 Schüler aus Deutschland im Rahmen des Rotary Austauschprogramms ein Schuljahr in einem von 30 Gastländern. Einer von ihnen ist dieses Mal Jakob Swiderski aus Havelberg, der am Donnerstag in sein größtes Abenteuer startete: Brasilien. Am Vorabend wurde er beim wöchentlichen Meeting der Havelberger Rotarier im Gasthaus "Mühlenholz" feierlich im Beisein seiner Familie und seiner Freundin Catharina vom Jugendbeauftragten Wolfgang Schürmann und Präsidenten Ulrich N. Wolff verabschiedet.

Schnell die Sprache lernen, um am Leben teilzuhaben

"Du startest am morgigen Tag in dein größtes Abenteuer, genieße jeden Tag, lerne Menschen und die Kultur deines Gastlandes kennen und schätzen", sagte Wolfgang Schürmann. Er werde in eine andere Welt und in eine andere Kultur reisen. "Sei nicht ungeduldig, wenn es mit vielen Dingen nicht gleich klappen sollte." Vielmehr solle er sich bei seinen Gasteltern und seinen Jugendbeauftragten vor Ort Rat und Hilfe holen, wenn es nötig ist. Diese Erfahrungen machten bereits zahlreiche Austauschschüler, die in die entferntesten Länder reisten, und Jugendliche, die ihr Austauschjahr hier verbrachten. "Denke immer daran, dass du ein Botschafter unseres Landes, unserer Stadt und auch unseres Clubs bist", gab Wolfgang Schürmann dem jungen Mann mit auf den Weg.

Dass wichtigste sei, so schnell wie möglich die Sprache des Gastgeberlandes zu lernen, um am Familien- und Gesellschaftsleben teilzunehmen. Im Fall von Jakob ist dies die portugiesische Sprache. Erste Kontakte hat er bereits zu seiner Gastfamilie in der 200000 Einwohner zählenden Stadt Araraquara im Bundesstaat Sao Paulo aufgenommen. Sie freue sich schon sehr auf Jakob, der aus dem Fußballweltmeisterland Deutschland kommt. Von seinen zwei Gastbrüdern wird er nur einen für längere Zeit sehen, denn der zweite wird für ein Austauschjahr nach Japan reisen. Jakob freut sich auf das viele Neue, das ihn erwartet. Sportlich will er in seinen Lieblingssportarten Fußball und Leichtathletik aktiv werden.

Seine Gastmutter hat bereits Kontakte zu Vereinen aufgenommen und wenn alles klappt, wird der Havelberger in einem Fußballteam spielen oder bei Leichtathletikwettkämpfen um Medaillen ringen können. Im Gepäck hat er einige Souvenirs aus seiner Heimatstadt. So zum Beispiel die neue Kreation der Stadtlichter von Havelberg. Vom Jugendbeauftragten gab es für den Gastgeberclub noch einen Wimpel des hiesigen Clubs und Informationen in Wort und Bild von der Hansestadt.

Neue Gastschüler aus den USA und Venezuela

Freudentränen, aber auch Tränen des Abschieds gab es viele, bevor Jakob am Donnerstag in Berlin in das Flugzeug Richtung Frankfurt am Main stieg. Von dort aus ging es mit anderen Austauschschülern nach Sao Paulo.

Besonders seine Freundin Catharina wird ihren Jakob vermissen. "Aber wir werden uns ja fast täglich per Internet schreiben und auch sehen", erklärten die beiden, die sonst auch nicht täglich zusammen sind, denn Catharina wohnt in Wanzleben. Kennengelernt haben sie sich über den Sport. "Nun ist die Entfernung für ein Jahr ein wenig größer", scherzten sie.

Mit der Bitte, vierteljährlich einen Erfahrungsbericht in die Heimat zu senden, verabschiedeten die Havelberger Rotarier ihren Austauschschüler. Bereits in einigen Tagen werden zwei neue Austauschschüler im Club erwartet. So wird für ein Jahr Jacob Plowmann aus den USA sein Austauschjahr in Havelberg verbringen. Zusätzlich nimmt der Club Maria Negretti aus Venezuela auf. Beide werden Ende des Monats auf einem Meeting herzlich begrüßt.