Elb-Havel-Region l "Wo Störche wohnen" lautet der Titel der 110-seitigen Broschüre, die der Wendländer Hans Reither jetzt herausgegeben hat. Darin vorgestellt werden 104 Storchennester - und zwar aus dem gesamten Landkreis Stendal. Es ist quasi der "Lieblings-Landkreis" des 83-jährigen Höhbeckers, wie seine Frau Gerlind am Telefon berichtete.

"In den noch oft intakten Landschaften trafen wir Menschen, die uns über das Leben ihrer Störche und deren Wohnstätten bereitwillig Auskunft erteilten", schreibt das Ehepaar im Vorwort. Ihnen gelte ihr besonderer Dank.

Außen vor bleiben im Buch solche Storchen-Kolonien wie in Molkenberg, Tangermünde, Wahrenberg und Werben, worüber schon genug berichtet wurde. Ihr Augenmerk lag vielmehr auf den unbekannten Nestern. Doch gibt es im Landkreis eine solche Fülle davon, dass nicht alle erfasst werden konnten. Dazu heißt es im Vorwort: "Unsere Druckschrift möge dazu beitragen, die zum großen Teil unbekannten Storchendörfer im schönen Landkreis Stendal mit den Flüssen Elbe, Havel und Tanger zu besuchen, an ihren Nestern innezuhalten und über die Schöpfung zu staunen."

Aus der Elbe-Havel-Region sind etliche Nester abgebildet. Vertreten ist Damerow, hier befindet sich das Nest auf einem Strommast. Solcher bildet auch in Havelberg die Nistunterlage, hier existiert nur noch ein Nest. Das Foto von Hohengöhren entstand 2004, inzwischen sind die Störche vom Scheunendach auf einen Schornstein umgezogen.

Das Nest an der Bundesstraße nahe Kabelitz ist inzwischen verwaist, doch wird im Ort gebrütet. Ein Scheunendach ist auch der "Wohnort" des Kamernschen Storchenpaares, die Kuhlhausener Adebare bevorzugen wiederum einen Masten, der mitten im Karpfenteich steht.

Mitten in einem Landwirtschaftsbetrieb brüten die Melkower Störche ebenfalls auf einem Masten. Ein solcher wird auch in Neukamern und in Neuschollene genutzt. In Neuermark-Lübars ist das Nest leider auch seit Jahren verwaist. Besser haben es die Nitzower, hier gibt es am Steilufer der Havel jedes Jahr Nachwuchs.

Sandau mit zwei Fotos

Sandau ist sogar mit zwei - wenngleich nicht mehr aktuellen - Fotos vertreten. Es war ja auch selten, dass sich ein Storchennest so nah über den damals noch frei hängenden Glocken befand. Doch wird im Buch über den Wiederaufbau des Turmes informiert.

Auch die Aufnahmen in Schönhausen stammen aus den Jahren 2003 und 2006. Einmal ist das Bismarckmuseum abgebildet, hier brütet das Vogelpaar ebenfalls auf einer Mauerruine vom 1958 gesprengten Bismarck-Schloss. Das zweite Nest liegt ganz in der Nähe auf dem Schornstein einer ehemaligen Schlachterei. Nur unregelmäßig besetzt ist das Nest in Schollene, berichtet der Autor zur Seegemeinde. Abgebildet sind auch das Toppeler Nest und jenes in Vehlgast, was stets besetzt ist.

Mit Ortsschild zu sehen ist das Warnauer Nest, es befindet sich auf einem Strommast. Zu Wendisch-Kirchhof weiß Hans Reither, dass der Brutplatz oft umkämpft ist. Die drei letzten Fotos im nach Ortsnamen alphabetisch sortierten Buch stammen aus Wöplitz, wo es zeitweise sogar zwei Brutplätze gibt, dem nur unregelmäßig besetzten Wulkau und aus Wust, wo ebenfalls auf einem Mast gebrütet wird.

Eine Übersichtskarte, ein Ortsregister sowie eine Ablichtung einer Wiederfundmeldung schließen sich an. Denn mit diesen arbeiten der Autor und seine Frau: Sie lesen im Auftrag der Vogelwarte Hiddensee ehrenamtlich die Ringe an den Storchenbeinen im gesamten Osten Deutschlands ab. Um die 50000 Kilometer fährt er dafür im Jahr - bezahlt wird aus eigener Tasche. Früher hat Hans Reither die Vögel auch beringt - und das seit 1960. Störche sind ihrem Partner und dem Nest zumeist nicht treu, hat er erfahren. Einige Storchenorte wie Jederitz oder Garz fehlen im Buch, weshalb der Autor über weitere Meldungen immer dankbar ist - im Buch steht seine Adresse.

Das Buch ist unter der ISBN 978-3-9810628-5-4 im Handel erhältlich.

 

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