Allerhand Arbeit liegt in den kommenden Wochen vor den Mitgliedern des Geschichtskreises und Marionettenbühne Großwulkow-Wust (GuM). Zahlreiche Besucher wollen geführt werden - alles erfolgt ehrenamtlich.

Briest l Eigentlich sollte die monatliche Zusammenkunft des Geschichtskreises mit einer Besichtigung der Kirche in Sydow beginnen. Doch benötigt man einen Schlüssel, um ins Gotteshaus zu gelangen - und ausgerechnet den hatte niemand. So blieb dem neuen GuM-Vorsitzenden Matthias Kage aus Wust nur übrig, über den aktuellen Sanierungszustand der Kirche zu informieren: Der untere Sockel der Fassade ist vom Putz befreit, damit er austrocknen kann. Danach soll das im 13. Jahrhundert errichtete spätromanische Gemäuer trockengelegt werden.

Der GuM hat auch schon ein Fenster für die Kirche bezahlt. Vieles hatten die Sydower aber in Eigenregie erledigt - so besitzt die Kirche unter anderem ein neues Dach und eine neue Decke, auch die Turmfassade hinterlässt beim Betrachter einen ordentlichen Eindruck. Weniger gut erhalten ist der Epitaph links neben der Tür - der heranwuchernde Efeu droht, in Kürze auch den Rest des Gesichts zu vernichten...

Das Interessanteste ist allerdings erst beim nächsten Besuch der GuMler zu sehen: Im Kirchenschiff wurden bei der Restaurierung geometrische Ornamente um die Fenster entdeckt, welche für Norddeutschland einmalig sind.

Fortgesetzt wurde die Versammlung dann in der benachbarten Briester Kirche, dem Domizil des Vereins und der Marionettenbühne. Hier wurde berichtet, dass eine Gruppe von Hochschulabsolventen aus Hannover die Kirchen der Region besichtigt hatte, vom Marionettenspiel waren sie so sehr begeistert, dass es sogar Zwischenapplaus gab. Nun wollen sie in Hannover um weitere Besucher werben.

Die "Offenen Türen", die regelmäßige Publikation des Vereins für seine Mitglieder, ist fast fertig, berichtete Matthias Kage weiter. Allerdings sei man spät dran - es ist aber auch die erste Ausgabe, die ohne Mithilfe des ehemaligen Vorsitzenden, des Pfarrers i.R. Karlheinz Stephan, erfolgt.

Viele Gruppen kommen

Sabine Schönfeld informierte über die kommenden Aufgaben, derer es einige gibt. So besucht am 15. August eine Radlergruppe die Kirchen in Wust, Melkow und Briest, fünf Tage später kommen 15 Holländer nach Wust und am 21. August hat sich die Stiftung Denkmalschutz angekündigt. Sogar mit Essen in Melkow versorgt wird eine Magdeburger Reisegruppe am 24. August, und am 30. August hat eine Gruppe eine Erlebnisführung mit dem Ex-Pfarrer in Großwulkow gebucht, Kaffee gibt`s in Briest. Am 6. und 9. September sind ebenfalls Gruppen avisiert.

Das nächste Treffen der GuMler soll dann am 4. September stattfinden - mit Besichtigung der Sydower Kirche. Zur Buga im kommenden Jahr soll der Verein ebenfalls seine Kurzprogramme für Busreisegruppen unterbreiten, Tourismusmanagerin Jenny Freier von der Verbandsgemeinde hatte darum gebeten.

Matthias Kage bat die zwölf Anwesenden um weitere Ideen für die Geschichtsarbeit. Eventuell könnte man die Gründungszeit der Kirche näher beleuchten - wie war damals die Liturgie, gab es womöglich eine Trennung vom Pfarrer, wo kam dieser in die Kirche? Vielleicht könnte ein Prämonstratenser-Mönch aus Magdeburg darüber Kenntnisse haben und den GuMlern berichten?

Auch könnten Flüchtlinge mit christlichem Glauben eingeladen werden, um über ihre Religion und die Gründe für ihre Flucht und Verfolgung zu berichten. Matthias Kage berichtete in dem Zusammenhang von den Aramäern, den syrischen Christen, welche die Sprache von Jesus sprechen.

Pfarrer Karlheinz Stephan arbeitet gegenwärtig übrigens an einem Buch über die Symbolik in der Romanik. Auch das könnte nach Erscheinen den GuMlern vorgestellt werden.

Im Internet werben

Das Konzert des Rossini-Quartetts hatte vor kurzem trotz der gelungenen Aufführung sehr wenig Resonanz gefunden, hierfür soll künftig besser geworben werden. Überhaupt müsse der GuM seine Bekanntheit steigern. Um bekannter zu werden, ist auch das Internet hilfreich, vor allem bei den Jüngeren. Nun wird ein Experte gesucht, welcher die Internetseite gestalten könnte. "Wir müssen unter dem Stichwort ,GuM` auch im Internet auffindbar sein", forderte Matthias Kage. Zudem könnten hier Angebote und Veranstaltungen angekündigt werden - wozu die Seite aber regelmäßig aktualisiert werden müsse. Astrid Knopf aus Kleinwulkow gab zu bedenken, dass damit allerhand Zeit und Arbeit verbunden sei.

Ein Höhepunkt im Terminkalender ist das alljährliche Katte-Gedenken Anfang November. Hans-Hermann von Katte, Jugendfreund des späteren Königs Friedrich II., war am 6. November 1730 hingerichtet worden, weil er dem Prinzen bei dessen Flucht geholfen hatte. - Das galt als Hochverrat. Der Verein plant in diesem Jahr eine etwas andere Gedenkfeier, eventuell soll der Chor des Stendaler Theaters auftreten.

Einen Lichtblick gibt es bei der Marionettenbühne: Eine einstige Mitspielerin will mitsamt ihrer Familie wieder mitmachen, ein Techniker fand sich auch, ebenso will Matthias Kages Tochter mitmachen. Einziger Wermutstropfen: Es mangelt derzeit noch an Puppen. So kann aktuell nur ein Potpourri aufgeführt werden - denn die Neuen müssen sich erst einspielen. Vielleicht kann zur Adventszeit wieder die traditionelle Aufführung stattfinden, ist Matthias Kage optimistisch. Die Kulissen sind schon mal in Arbeit.

Die Spieler der Marionettenbühne üben jeden Dienstag ab 19 Uhr in der Kirche Briest. Neulinge sind gern gesehen, auch zum "Reinschnuppern".