Gleich zwei Premieren hatte es am Sonntag beim Laurentiusfest in der Sandauer Stadtkirche gegeben: Erstmals fand ein Kindergottesdienst statt und auch der neu eingebaute Aufzug wurde probehalber in Betrieb genommen.

Sandau l Auf gleich mehreren Etagen des im Aufbau befindlichen Kirchturmes spielte sich der Gottesdienst für die Kinder ab. Thema war die Heilung eines Blinden, wobei Friedrich Busse den Jesus spielte, Pfarrerin Catharina Janus mimte die Blinde. Auch konnten die Kinder mit verbundenen Augen selbst erfahren, wie stark ein Blinder gehandicapt ist. Natürlich wurde auch gemeinsam gesungen.

Das taten auch die Erwachsenen im Kirchenschiff ausgiebig; diesen Gottesdienst zelebrierte Pfarrer Hartwig Janus: "Wir sind eine sehr sangesfreudige Gemeinde." Musikalische Unterstützung erhielt er zudem vom Kirchenchor, der unter der Leitung des ehemaligen Havelberger Domkantors Gottfried Förster steht. Dieser spielte auch die Orgel - was per Fernbedienung erfolgte: Ein Datenkabel übertrug das Spiel vom Erdgeschoss hoch zur Empore. Solch Spiel ist nicht einfach, denn der Schall kommt immer mit einiger Verzögerung an den Ohren des Organisten an.

Alljährlich im August feiern die Sandauer zugleich den Namenstag ihres Kirchenpatrons, dem Heiligen Laurentius. Das Fest war Anlass, hier zugleich den Regionalgottesdienst abzuhalten, zu dem immer alle evangelischen Christen aus dem Pfarrbereich eingeladen sind. Sie alle konnten sich im Anschluss an den Gottesdienst am Kuchenbasar laben, den die Gastgeber von der Kirchgemeinde in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Kirche organisiert hatten.

Erstmals Blick vom Turm

Letzterer sorgte dann für die zweite Premiere beim Laurentiusfest - was vor allem die älteren und gehbehinderten Sandauer erfreute: Vorsitzender Wolfgang Hellwig lud schon mal vorab zu Probefahrten mit dem neu eingebauten Personenaufzug ein. "Der TÜV hat den Aufzug zwar abgenommen und freigegeben, aber die technische Abnahme durch den Brandschutz des Landkreises muss noch erfolgen", wies er darauf hin, dass der Aufzug ansonsten noch nicht genutzt werden kann.

Viele wie die Rollstuhlfahrerin Rosel Warnstedt nutzten die Gelegenheit, erstmals einen Blick in die Ausstellungsebene zu werfen, wo die sehenswerte Ausstellung zum "Grünen Band", also der einstigen innerdeutschen Grenze, gezeigt wird. Oder aber, um hoch oben vom Glockenturm einen Blick auf die Heimatstadt und die Elbaue zu werfen.

In diesem und im kommenden Monat müssen noch die Restarbeiten für den 9. Bauabschnitt erfolgen, informierte Wolfgang Hellwig am Rande. Denn am 30. September muss die Abrechnung erfolgen. Bis dahin müssen der Wärmetauscher in der Wirtschaftsebene und die Wärmepumpe in der Glockenstube installiert werden, zudem ist noch das obere Treppenhaus bis hoch zur Glockenebene fertigzustellen. Der Sandauer freut sich, dass in diesem Jahr besonders viele Radtouristen der Kirche einen Besuch abstatteten - und für den Turmbau spendeten.

 

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