Auf einer Länge von 700 Metern wird zwischen Havelberg und Nitzow der Elbdeich erneuert. Spundbohlen werden in das Erdreich eingebracht, damit der neue Wall ausreichend Schutz gegen Hochwasser bietet. Dabei ist Millimeterarbeit gefragt.

Havelberg l Im Auftrag des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft LHW Sachsen-Anhalt und gefördert vom Bund werden am rechten Elbdeich, von Havelberg in Richtung Nitzow, Arbeiten zur Hochwasserschadensbeseitigung vorgenommen. Die Wittenberger Niederlassung der Hamburger Eggers Umwelttechnik GmbH baut hier, vom Kilometer 84,0 bis 84,7 einen neuen Deich.

Detektoren übernehmen die Kontrolle

"Auf diesem Abschnitt werden 5,50 Meter lange und 1,20 Meter breite Spundbohlen als Kerndichtung in das Erdreich eingebracht. Sie sind dabei mit Schlosssprungdetektoren versehen, um zu prüfen, ob sie durchgängig verschlossen und somit auch dicht sind", erläutert Polier Jürgen Kübeck. Ein Anzeigegerät zeigt den Zustand eines am Schloss der Spundbohle befestigten Sensors. Die erfolgreiche Einbringung einer Bohle wird sicher bestätigt.

Die Spundwände, das Herzstück der Deichsanierung, sind nötig, um eine ausreichende Dichtigkeit des Deichs herzustellen. Sie sind das entscheidende Dichtelement für den Hochwasserschutz. Wie das heiße Messer durch die Butter gleiten die über fünf Meter langen Elemente in den Boden, die vibrationsarm eingebracht werden. Das Einbringen der Elemente ist Millimeterarbeit.

Der Geräteführer fädelt mit Unterstützung seiner Kollegen jedes Teil in das vorherige ein. Etwa 50 Meter Spundwand werden am Tag in den Boden gebracht. "Die Spundbohlen werden bis 20 Zentimeter über die neue Deichkrone einvibriert. Das letzte Stückchen wird dann in die unterste, bindige Schicht eingeschlagen", erklärt Jürgen Kübeck.

Hinter der neuen Spundwand entsteht dann landseitig der eigentliche Deich, mit dem 4,50 Meter breiten und geschotterten Kronenkontrollweg und dem ebenso breiten Deichverteidigungsweg. "Es muss noch ein Kabel des Wasser- und Schifffahrtamtes sowie der Telekom umverlegt werden und eine Überlandleitung kommt auch noch weg. Dann haben wir Platz für den Deichverteidigungsweg, der gepflastert wird", ergänzt Bauleiter Dennis Marske.

Die Arbeiten am neuen Deich werden nach einem Havarieplan ausgeführt. Laut diesem dürfen nur 250 Meter Deich in Arbeit sein, um auf ein eventuelles Hochwasser vorbereitet zu sein.

Arbeiten sollen nächstes Jahr fortgesetzt werden

Riesige Mengen Material werden beim Deichneubau verarbeitet. Neben Schottermaterial und Filtermaterial werden zum Beispiel, nur auf diesem Teilabschnitt, 30 000 Tonnen Stützkörpermaterial verbaut. Der eigentliche Deichcharakter bleibt durch eine wasserseitige begrünte Anschüttung erhalten. Nach einer erneuten Ausschreibung sollen die Arbeiten im kommenden Jahr am Kilometer 84,7 weitergeführt werden.

 

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