Gleich mehrere Deichbaustellen könnte es in den nächsten Jahren – so die Mittel bereitstehen – bei Vehlgast und Damerow geben. Der Havelhauptdeich soll direkt in Vehlgast verschwenkt werden, zudem soll auf der nördlichen Dorfseite ein Polderdeich als Lückenschluss errichtet werden.

Vehlgast. Diese Planungen für einen besseren Hochwasserschutz von Vehlgast waren ein Thema bei der jüngsten Zusammenkunft des Ortschaftsrates Vehlgast-Kümmernitz, Ortsbürgermeister Udo Mintus informierte die Anwesenden über Einzelheiten.

Der jetzige Havelhauptdeich, der kurz vor der einstigen Gaststätte ausläuft, zerschneidet in Vehlgast etliche Grundstücke. Mit dem Verschwenken der neuen Trasse soll das Problem behoben werden. Dazu gibt es gleich vier Varianten.

Bei der ersten Variante wird der neue Deich ab der jetzigen Baustelle verschwenkt. Diese Trasse wäre 180 Meter lang. Die Trasse in den Varianten zwei und drei ist fast 400 Meter lang. Bei Variante zwei sind ein Weg auf der Deichkrone eingeplant sowie zwei einseitige Abfahrten. Einen Weg auf der Landseite und Überfahrten führt die Variante drei auf. Sie würde etwa um die 220 000 Euro kosten und wird vom Ortschaftsrat als auch von der Stadtverwaltung in Havelberg favorisiert. Die vierte Variante sieht am Deichende in Vehlgast den Bau einer Spundwand sowie 70 Meter mobile Hochwasserschutzelemente vor. Der Altdeich soll anschließend zurückgebaut werden.

Ein Lückenschluss im Polderdeich soll am Dorfende in Richtung Damerow erfolgen. Für die erste Variante – sie verläuft entlang des Grabens – müssten 65 Bäume gefällt werden. Zudem würden Straße und Graben per Siel und Deichscharte gequert.

Variante zwei ist kürzer, sie beginnt erst am nördlichen Dorfrand. Auf- und Abfahrten könnten hier entfallen, ebenso die Befestigung der Krone. Der Graben wird nicht gequert, lediglich die Straße.

Für beide Vorhaben sind langwierige Plangenehmigungsverfahren nötig, da keine Einigung mit den Grundstücksbesitzern erzielt werden konnte. Ansonsten hätte der Haveldeich bereits dieses Jahr errichtet werden können. So kann der Baustart beim Haveldeich nicht vor dem nächsten Jahr erfolgen, beim Polderdeich wohl erst 2013. Immer vorausgesetzt, das Geld steht zur Verfügung.

Zu den Varianten ist das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen, denn dies hat das Landesverwaltungsamt in Halle. Derzeit sind zudem die letzten Abstimmungen mit dem Planer noch nicht erfolgt, wobei auch die Einwände zur Sprache kommen.

Für die Ortsteile Damerow und Kleindamerow soll der Hochwasserschutz ebenfalls verbessert werden. Erste Untersuchungen dazu liefen bereits, auch die ersten Unterlagen sind in Arbeit.