Für fast zehn Stunden lang beste und zudem bis zur letzten Partie hin spannende Fußballkost sorgten am Sonnabend in der Havelberger Sporthalle "Am Eichenwald" die B-Junioren-Spieler von insgesamt elf Vereinsmannschaften. Sie stritten beim 100-Jahre-Fußball-Cup um die von Marko Roßnick und Uwe Texter (Allianz Hauptvertretung in Havelberg) gestifteten Trophäen.

Havelberg. Mehrere namhafte Vertretungen machten das Hallenfußballturnier zu dem, was es an diesem Tag für Havelberger Verhältnisse auch sein sollte: etwas ganz Besonderem. Mit dem FC Bentwisch, dem 1. FC Neubrandenburg und dem FC Verden 04 hatten gleich drei Mannschaften aus den höchsten Spielklassen ihrer Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern sowie Niedersachsen die Einladung des FSV Havelberg angenommen. Dazu gesellten sich Landes- und Kreisligisten aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Zwar setzten sich die Favoriten am Ende erwartungsgemäß durch – der FC Verden siegte vor dem FC Bentwisch II, dem 1. FC Neubrandenburg und dem FC Bentwisch I –, doch die unterklassigen Vertretungen gaben sich gegen sie nicht kampflos geschlagen. In den meisten Duellen von David gegen Goliath war für den Außenstehenden kaum ein Klassenunterschied festzustellen. Das belegen auch die zahlreichen knappen Spielausgänge.

Einen Außenseitersieg konnten auch die gastgebenden Havelberger feiern, als die 2. Mannschaft des Gastgebers in der Vorrunde den FC Bentwisch II mit 3:2 bezwang. Fünf Sekunden vor dem Abpfiff der 12-minütigen Spielzeit schoss Roman-Alexander Nerling den umjubelten Siegtreffer für sein Team. Zuvor hatten die Bentwischer eine zweimalige Führung der Domstädter (beide Treffer von Steffen Putze) jeweils ausgeglichen.

Insgesamt erfüllten die beiden Havelberger Vertretungen die in sie gesetzten Erwartungen, schlugen sie sich in dem hochkarätigen Teilnehmerfeld recht wacker. Ein deutlicher Leistungsabfall der 1. Vertretung in der Finalrunde war allerdings unübersehbar, bei den hohen Niederlagen gegen den 1. FC Neubrandenburg (0:5) und gegen den FC Bentwisch II (1:4) gab sie sich viel zu früh ihrem Schicksal hin. Ansonsten wäre Platz 5 und damit einer von den fünf schönen Pokalen für die Erstplatzierten nicht nur ein lohnendes Ziel, sondern auch greifbar nahe gewesen.

<6>Nur äußerst knapp verpasste die zweite Mannschaft des Gastgebers den Einzug in die Gruppe der besten Sechs. Nach Siegen gegen Weiß-Blau Stendal (3:0) und den FC Bentwisch II (3:2) sowie Niederlagen gegen den FC Verden (0:2) und den 1. FC Neubrandenburg (0:3, wobei der FSV ebenfalls Chancen für mindestens vier Tore besaß), musste im letzten Vorrundenspiel gegen Veritas Wittenberge/Breese unbedingt gewonnen werden, um Platz 3 in der Gruppe B zu sichern. Bis in die letzte Minute hinein war beim Spielstand von 2:2 alles offen, doch dann nutzten die Wittenberger zwei Unkonzentriertheiten des FSV eiskalt zu zwei weiteren Treffern. Damit konnten die Domstädter auch das dritte Duell gegen diesen Gegner innerhalb kurzer Zeit (zuvor bei Turnieren in Goldbeck und Wittstock) nicht für sich entscheiden.

Vom hohen Niveau und der ausgezeichneten Organisation der Veranstaltung angetan zeigten sich nicht nur die Verantwortlichen der Gastmannschaften, sondern auch Fußballbegeisterte auf den Zuschauerrängen. Erhard Hartmann zum Beispiel staunte darüber, "wie gut die sogenannten Kleinen hier mithalten und wie fair es dabei zugeht. Trotz großer Konkurrenz ist es ein Turnier, in dem wirklich jeder jeden schlagen kann. Das erhöht nicht nur die Spannung, sondern sorgt auch für eine tolle sportliche Atmosphäre in der Halle".

Ein Lob gab auch Mario Lüdemann, Trainer beim FSV Bentwisch, an die fleißigen Organisatoren weiter. "Es ist ein Turnier, das wirklich eine Menge Spaß macht", lautete seine kurze Einschätzung. Bis zum morgigen Mittwoch möchten er und sein Team die Domstadt Havelberg noch etwas näher kennenlernen – im Rahmen eines Trainingslager, wofür sich der Verbandsligist im Erlebnispädagogischen Centrum einquartiert hat. Für den gestrigen Abend war unter anderem ein Trainingsspiel gegen die B-Jugend des FSV Havelberg geplant.

Viele fleißige Helfer haben ihren Anteil daran, dass der 100-Jahre-Fußball-Cup so reibungslos über die Bühne ging. Die beiden Schiedsrichter Detlef Kleinat und Stefan Kotzauer ebenso wie die Turnierleitung, der Peter Rollenhagen, Torsten Petzold, Toni Leppin, Hartmut Wildermuth und Max Leppin angehörten. Um die Versorgung von Aktiven und Zuschauern bemühten sich Eltern der Nachwuchskicker; der Erlös des Verkaufs ist für die Mannschaftskasse gedacht.

FSV Havelberg I: Daniel Neumann; Eric Walther, Toni Liebsch (4 Tore), Florian Sasse (1), Alexander Deutschmann, Martin Keiper (1), Niklas Kripke, Marcel Lietzke (1), Dominik Kern (1)

FSV Havelberg II: Melvin Fenske; Steffen Putze (11 Tore), Wilhelm Schulz, Jermyn Dreisow (1), Kevin Hickisch, Tom Phan, Levi Taborowski, Marius Marschner, Erick Eduardo Llausas Peniche, Roman-Alexander Nerling (1).