Die Hoffnung stirbt zuletzt: Trotz des unterfangenen Giebels wurden die Spalten in den Wänden des flutgeschädigten Hauses der Familie Lahne in Kabelitz immer größer - am Ende blieb ihnen nur noch der Abriss.

Kabelitz l "Da gehet und schauet - so weit ist nun das Haus gebauet, hoch ragt sein Giebel in das Blau, daran passet alles ganz genau" klang es am Dienstagnachmittag beim Richtfest von der Brüstung am neu entstehenden Haus in Kabelitz.

Zimmermann Dieter Simon aus Premnitz verlas im Beisein der Bauherren den Spruch, danach flogen die Gläser ins künftige Wohnzimmer.

Die Eheleute Herta und Fritz Lahne hätten es sich sicher nie träumen lassen, dass sie in ihrem Leben noch einmal zu Bauherren werden müssen. Doch die gravierenden Schäden am Haus ließen ihnen keine andere Wahl: Das aus Fischbeck heranströmende Wasser war lediglich an einer Ecke vom Hof aus ins schon recht hoch gelegene Haus geströmt. Doch hatte das gereicht, dass dieser Giebel absackte.

Daraufhin musste auf Anraten des Architekten das ehemalige Altenteil auf der anderen Hausseite von Ballast und Mauern befreit werden, um den Giebel zu entlasten. Diese Arbeit erledigten Feuerwehrleute aus dem brandenburgischen Himmelpfort - auch diese sehr staubige Arbeit war ebenso wie das spätere und teure Unterfangen des Giebels leider umsonst gewesen. Die ohnehin schon fingerbreiten Spalten in den Wänden wurden immer größer.

Im Dezember rückte der Abrissbagger an, die obdachlosen Lahnes kamen bei Bekannten in einer leerstehenden Wohnung im Wust-Fischbecker Ortsteil unter. "Wir wären hier auch nicht weggegangen", meint Herta Lahne. So ist man immer rasch auf der Baustelle.

Ende Juli wurde die Grundplatte errichtet, das neue Haus wird etwas höher stehen als sein Vorgänger - sicher ist sicher. Anfang August begann die Baufirma Rampf aus Premnitz dann mit dem Hausbau. "Vielleicht sind sie Weihnachten schon im neuen Haus", hieß es von Seiten der Firma. Das neue Heim hat eine Gesamtfläche von 98 Quadratmetern - alles ist ebenerdig, also ideal für Ältere. Es ist zwar nun etwas kleiner, aber für zwei Personen völlig ausreichend, berichtet Herta Lahne.

Für weiteres Haus fällt noch Entscheidung zum Abriss

Jetzt wurde erst einmal zünftig Richtfest gefeiert, wozu sich viele Kabelitzer mit Präsenten eingefunden hatten, natürlich kamen auch viele Blumen fürs neue Heim. Ein überdachter Platz zum Feiern fand sich unterm Carport, Speisen und Getränke waren in der Garage gelagert.

In Kabelitz sind zwei weitere Eigenheime im Aufbau, ein Haus muss noch abgerissen werden. Dieser Tage entscheidet sich, ob noch ein weiteres Haus in Kabelitz abgerissen werden muss - über ein Jahr nach der Katastrophe.

Der Zimmermann vergaß nicht, dem Neubau auch Schutz vor Gefahren zu wünschen.