Die Klietzer Feuerwehr hatte am Sonnabend zwei gute Gründe zu feiern: ihren 90. Geburtstag und auch das 20-jährige Bestehen der Jugendwehr. Gefeiert wurde tagsüber auf dem alten Armeesportplatz und abends beim Tanz mit den Village Boys.

Klietz l Es wäre zu schön gewesen, wenn die Klietzer Wehr zu ihrem Jubiläum ein neues Löschfahrzeug bekommen hätte. Auch die Zusage, dass der Neukauf genehmigt ist, hätte den Männern um Wehrleiter Frank Ulrich schon gereicht. Aber noch immer gibt es kein Signal vom Landesverwaltungsamt, dass der durch den ununterbrochenen Einsatz und Wasserfahrten während der Flut im Vorjahr ausgemusterte W50 ersetzt werden kann. Denn mit dem alten LO, dem Unimog und dem W50 als Leihgabe der Scharlibber ist die Klietzer Wehr alles andere als fahrzeugtechnisch gut ausgestattet. Frank Ulrich, der die Wehr 1990 von Manfred Loer übernommen hat, übt sich in Geduld, auch wenn es schwer fällt. "Selbst wenn der Kauf jetzt genehmigt wird, dauert die Ausschreibung und dann die Bestellung noch einmal ein ganzes Jahr!" Deshalb wünschen sich die Klietzer, dass die Verbandsgemeinde größeren Druck auf die genehmigenden Behörden ausübt. Die Unterlagen sind eingereicht - nun heißt es, abzuwarten.

EIne große Stehleiter als Geschenk von der Gemeinde

Zwar kein neues Auto, dafür aber jede Menge andere Geschenke haben die Klietzer am Sonnabend gekommen. Denn die Gäste aus Scharlibbe, Kamern, Garz, Neuermark-Lübars, Hohengöhren, Schönhausen, Fischbeck, Zeetze und der Bundeswehr sowie die Jugendwehren aus Wust, Schönhausen, Fischbeck und Sandau hatten Präsente mitgebracht. Der Bürgermeister finanzierte als Geschenk von der Gemeinde eine große Stehleiter, die die Wehr dringend braucht. Jürgen Masch erinnerte an den 24. April 1924, als in Klietz die Feuerwehr gegründet wurde und sich mutige Männer den Feuersbrünsten entgegenstellten. Diese gibt es heutzutage zwar nicht mehr, dafür sind die Anforderungen an die Feuerwehren bei Unfall-Einsätzen gestiegen. "Durch den unermüdlichen Einsatz hab ihr euch im Sommer 2013 ausgezeichnet", blickte der Bürgermeister kurz auf die Katastrophe im letzten Jahr zurück. Er dankte der Wehr auch für die kulturelle Bereicherung. Denn das Weihnachtsbaumverbrennen, die Maifeierlichkeiten, das Fischerstechen und der Einheitsfeiertag Anfang Oktober sind auch der Wehr zu verdanken. Um das alles organisieren zu können, wurde 2010 der Förderverein gebildet, dem Jan Seidel vorsteht. Er kann sich auf 53 Mitglieder verlassen, die sich auch auf der Jubiläumsfeier um das Wohl der Gäste bemühten.

Verlass ist auch auf die 26 Aktiven der Wehr. "Viele sind unser eigener Nachwuchs, der der Truppe schon seit der Jugendwehr zur Seite steht", ist Frank Ulrich stolz auf sein Team.

Und der Nachwuchs geht auch nicht aus. Denn 15 Mädchen und Jungen machen derzeit in der Jugendwehr mit, die Uwe Brendel und Jacques Mackowski leiten. Alle zwei Wochen ist freitags Ausbildung, auch der Spaß kommt nicht zu kurz - alles in allem eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Dank den Sponsoren für Geld und Tatkraft

Nachdem die Klietzer dieses Jahr auch noch die Kreismeisterschaften im Löschangriff und den kreisoffenen Jugendfeuerwehrtag ausgerichtet haben, waren nun sie selbst dran. Mit dem Umzug durch den Ort begann die Feier. Auch die Landtags-Vize-Präsidentin Helga Paschke, der zweite Beigeordnete des Landkreises, Sebastian Stoll, Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich sowie Jenny Wolf und Bärbel Lemme von der Verbandsgemeinde liefen mit.

Spaß machte der Gaudiwettbewerb. Die Feuerwehr dankt den Sponsoren, die die Feier mit ihrer finanziellen Unterstützung überhaupt erst möglich machten, sowie der Bundeswehr-Feuerwehr für die tatkräftige Hilfe - nicht nur am Sonnabend, sondern jederzeit.

Mit einem schönen Tanzabend auf dem Festplatz mit den Village Boys endete das Jubiläumsfest.

   

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