1250 Boote haben in der aktuellen Saison bereits in Havelberger Yachthafen angelegt. Die neue Hafenmeisterin begrüßte die Gäste mit Sekt und Blumen. Sie freut sich über die vielen Wasserwanderer, die ihre Heimatstadt besuchen.

Havelberg l Seit April dieses Jahres ist die Havelbergerin Sigrid Weidenbach als Hafenmeisterin im Yachthafen der Hansestadt tätig. Sie ist ein "Kind" der Havelstraße, die sich in unmittelbarer Nähe des Hafens befindet und in der sie aufwuchs. "Ich war schon immer gerne am Wasser und hätte es mir aber nie träumen lassen, dass ich einmal hier im Hafen arbeiten werde", berichtet Sigrid Weidenbach.

Auf dem Steg des Yachthafens wurde im vergangenen Jahr ein Hafenmeisterbüro gebaut. Die Havelberger Inseltouristik HIT als Betreiber der Anlage hat an den bestehenden Steg einen extra Platz für das Büro angebaut. Dazu wurde die Steganlage im Eingangsbereich des Yachthafens verbreitert. "Im Büro habe ich die Schwimmwesten für die Kunden des Bootsverleihs und diverse kühle Getränke für die Wasserwanderer untergebracht. An der Außenwand des Holzhäuschens befindet sich eine Infotafel, von der die Bootsführer die Pegelstände, Wetterbericht, Öffnungszeiten, Telefonnummern von Notärzten und dem KMG-Klinikum sowie Information über die Region ablesen können", beschreibt Sigrid Weidenbach ihren Arbeitsplatz.

Großes Interesse an der Bundesgartenschau

Die großen blühenden Blumentöpfe, die sie vor dem Büro platziert hat und dieses zu einem Hingucker machen, hat sie in ihrer Bescheidenheit nicht mit erwähnt. Sie werden aber von den Gästen am Steg bewundert und die Hafenmeisterin wird oft wegen der Blumenpracht angesprochen. Vor dem neuen Büro bietet eine großzügige Überdachung auch Schutz vor Regen oder zu starker Sonne. Drei Gästetische haben dort Platz gefunden, wo einst die alte Anmeldung stand, und sie werden wohlwollend von den Besuchern angenommen.

Dass der Yachthafen auch in diesem Jahr ein beliebter Anlaufpunkt für die Wasserwanderer ist, beweisen die über tausend Yachten und Boote, die in dieser Saison schon am Steg festgemacht haben. Sie kommen wieder aus allen Himmelsrichtungen. Dänemark, Schweiz und Niederlande sind aber führend in der Gästezahl. "Viele Besucher waren in den Vorjahren schon hier und loben immer wieder die Ruhe in der Region und die Sehenswürdigkeiten in der historischen Hanse- und Domstadt Havelberg", so die Hafenmeisterin. Lobende Worte gibt es auch immer wieder für die Reinlichkeit der Sanitäranlagen am Steg. Dafür sorgt schon über viele Jahre die Havelbergerin Dagmar Klostermann. Der Bootsverleih am Hafen läuft ebenfalls gut, und so sind ständig Wassertreter und führerscheinfreie Motorboote unterwegs.

Aus dem fernen Namibia besuchten Peter Koep und seine Begleiterin den Bootsverleih. "Ich lebe schon seit Jahrzehnten in Namibia und freue mich aber immer wieder einmal in Deutschland zu sein. Wir sind bei der Elbe-Radtour von Hamburg nach Magdeburg dabei und übernachten in Havelberg. Jetzt wollen wir aufs Wasser, denn es ist traumhaft schön hier", schwärmt der Gast aus dem Süden Afrikas. Und schon schnurrt der Motor und die Fahrt geht los.

Ein Jahr zu früh kam eine Bootsbesatzung aus dem Dreiländereck, die zur Bundesgartenschau wollte. "Da haben wir uns vertan, aber wir kommen gerne in einem Jahr wieder, denn es ist hier sehr schön. Land und Leute bilden eine sehr freundliche Einheit, da wird der Aufenthalt zu einem Vergnügen", sagt Gabi Fleisch. Sie ist mit ihrem Lebensgefährten Horst Hillgarter zum ersten Mal in Havelberg. Überrascht war die Besatzung der Yacht "Jonas" aber doch, denn sie wurden von der Hafenmeisterin Sigrid Weidenbach als 1250. Anleger in dieser Saison mit einer Flasche Sekt und Blumen begrüßt. "Na das ist ja ein toller Empfang und ein Zufall zugleich", so die Eheleute Ida und Joachim Scheidbach, die mit auf der Yacht fahren und Havelberg schon sehr gut kennen.

"Der Yachthafen ist nicht nur an den Wochenenden total voll, sondern neuerdings auch oft in der Woche. Die Freizeitkapitäne haben viele Fragen zur Bundesgartenschau und wollen auch schon Vorbestellungen buchen. Aber bis jetzt ist da noch nichts festgelegt. Jetzt freue ich mich erst einmal auf den Bootskorso, der am Sonnabend, 30. August, den Hafen bis auf den letzten Platz füllen wird", blickt Sigrid Weidenbach voraus.

   

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