Klietz (asr) l Das erste viertel Jahr seiner Dienstzeit als Kommandant der Truppenübungsplatzkommandantur hat Oberstleutnant Michael Vormwald hinter sich. "Eine interessante Zeit", resümiert er im Volksstimme-Gespräch. Geprägt ist seine Arbeit neben dem laufenden Übungsbetrieb von der erneut anstehenden Umgliederung der Bundeswehr. Die bisher bestehenden Kommandanturen in Deutschland werden aufgelöst und neu formiert in die drei Bereiche Nord, Ost und Süd. Zur Klietzer Kommandantur gehören bislang die Plätze Klietz, Lehnin und Altengrabow. Sie vereinen sich ab 1. Januar 2015 mit dem Platz Oberlausitz zum Bereich "Ost". Sitz dieses Bereiches ist Klietz. Michael Vormwald wird die Leitung des Bereiches Ost übertragen - sein Aufgabengebiet wächst somit um Oberlausitz. Der Klietzer Platz bekommt wieder einen eigenen Kommandanten - wer das sein wird, steht noch nicht fest. Die ab Januar geltende Umstrukturierung muss bis Mitte 2015 abgeschlossen sein, die Zeit drängt also noch nicht so sehr.

Spürbare Auswirkungen haben die Veränderungen nicht auf den Klietzer Platz. Hintergrund der Neuformierung ist die Schließung mehrerer Truppenübungsplätze in Deutschland und die Aufteilung des Personals auf andere Kommandanturen.

Beseitigung der Flutschäden

Baulich ist die Klietzer Kommandantur mit der Beseitigung der Flutschäden beschäftigt. Das große Haus 1, direkt am Seeufer gelegen, ist entkernt, die Sanierung beginnt demnächst. Längere Zeit in Anspruch nehmen wird die umfassende Sanierung der Küche. Solange erfolgt die Ausgabe des im Feldlager auf dem Biwakplatz Großwudicke gekochten Essens im Kinosaal.

Umgebaut wird auch das Haus 1 in der Kaserne im Walde. Hier soll künftig der Stab der Kommandantur und des Bereiches Ost sitzen. Die Stabs-Büros befinden sich derzeit in einem Neubaublock am Eingang zur Kaserne, der voraussichtlich zu Unterkünften für Soldaten umfunktioniert wird.

Künftig häufiger Detonationen

Der Übungsbetrieb auf dem Platz läuft nach Plan, noch ist wegen der Instandsetzungszeit Schießpause. Michael Vormwald kündigt an, dass künftig häufiger Kampfmittelbeseitiger üben - die heftigen Detonationen hatten Erschütterungen in den Orten des Platzrandes zur Folge (wir berichteten). Die Wetterlage sei an diesem Tag so ungünstig gewesen, dass der Schall an der Wolkendecke abprallte und deshalb so zu hören und spüren war. "Dennoch sind alle vorgeschriebenen Richtwerte eingehalten worden", versichert der Platzkommandant.

"Eigentlich sollen solche Großladungsträger, also Bomben, kontrolliert abbrennen. Das klappt aber nicht immer und sie detonieren - bei einigen Kilo Sprengstoff kommt es dann zu den Erschütterungen", bittet der Oberstleutnant um Verständnis, wenn es wieder zu übermäßiger Lärmbelästigung kommen sollte.