Die Klietzer Förderschule ist ab dem kommenden Schuljahr Außenstelle der Stendaler Pestalozzi-Förderschule. Die nur noch 42 Schüler reichen nicht mehr für die Eigenständigkeit aus.

Klietz l Nur noch vier Klassen wird es ab Donnerstag kommender Woche, wenn die Sommerferien beendet sind und das neue Schuljahr beginnt, an der Förderschule geben. Zusammen mit den Neuntklässlern waren im Juli auch vier Lehrer verabschiedet worden, die an anderen Schulen unterrichten werden. Schulleiter Ute Wernecke, die seit Februar 2011 die Verantwortung in Klietz trug, leitet die Stendaler Pestalozzi-Schule, wo sie in den letzten Monaten bereits kommissarisch als Schulleiterin eingesetzt war. "An einem Tag in der Woche, donnerstags, bin ich ab dem neuen Schuljahr in Klietz, ansonsten in Stendal", teilt sie auf Volksstimme-Anfrage mit.

Den Unterricht mit nur noch 42 Jugendlichen in sechs Klassenstufen zu organisieren, ist nicht ganz einfach und muss jahrgangsübergreifend erfolgen. Zusammen bilden die 15 Mädchen und Jungen der 4., 5. und 6. Klasse einen Verband, Klassenlehrerin ist Simone Heller. Sie wird von der Pädagogischen Mitarbeiterin Irene Thiele unterstützt. In der 7. Klasse ist Irene Wartenberg Klassenlehrerin, in der 8. Klasse Edelgard Papendieck und in der 9. Klasse Andrea Achterberg, die aus Stendal kommt.

Zu den weiterhin in Klietz bekannten Gesichtern gehört Eva Pichowiak, die im Sekretariat die organisatorischen Fäden in der Hand hält. Auch die Schulsozialpädagogin Jacqueline Stempin ist nach wie vor für die Förder- und die Grundschüler da.

Räume in der Förderschule werden von der im Gebäudekomplex befindlichen Grundschule genutzt, auch der Hort nutzt zwei Zimmer, so dass es keinen Leerstand gibt. "Es wird sich auch nichts an der guten Zusammenarbeit mit der Grundschule ändern", versichert Ute Wernecke. Das gemeinsame Schulfest im Juli sei ein schönes Beispiel für die gute Kooperation gewesen.

Jedes Jahr wird neu über Fortbestand entschieden

Bei der im neuen Jahr geplanten Schulhofgestaltung wollen die Neuntklässler tatkräftig zupacken und damit auch ihre Spuren in Klietz hinterlassen. Das haben auch schon ihre Vorgänger getan, indem sie beispielsweise den Speise- und Mehrzweckraum renovierten.

Wie lange die Klietzer Förderschule Bestand hat, ist ungewiss. "Für 2014/15 ist die Ausnahmeregelung vom Land genehmigt, alles Weitere müssen wir abwarten", erklärt Dr. Ulrike Bergmann vom Schulamt des Landkreises. Auch alle anderen Schulen wie beispielsweise Wust, die nicht mehr genug Schüler haben, bekamen die Ausnahmeregelung nur für ein Jahr. Die Tendenz der Förderschüler in Klietz sei weiter fallend. Gegen eine Schließung spreche die geografische Lage und die unzumutbar langen Beförderungszeiten. Deshalb will der Landkreis die Klietzer Förderschule auch zumindest mittelfristig (2019) erhalten. Es gibt noch die Pestalozzi-Förderschule in Stendal mit 142 Schülern und eine in Osterburg mit konstant 60 bis 70 Kindern und Jugendlichen.

Ursache für die sinkenden Schülerzahlen ist die Inklusion. Lernschwache Schüler müssen nicht unbedingt an einer Förderschule unterrichtet werden. Ute Wernecke sieht darin Vor- und Nachteile: "Die Integration wird gestärkt. Aber es gibt auch Kinder und Jugendliche, die den Rahmen einer Förderschule benötigen."