Schönhausen (ras) l Die Schönhauser Rentnersingegruppe hat ihr Repertoire um ein Lied bereichert, das vor allem im kommenden Jahr vielfach erklingen soll. Es ist der Gemeinde und Otto von Bismarck gewidmet.

Anlässlich der Namensgebung der damals noch existierenden Sekundarschule als "Bismarck-Schule" im Jahr 2000 hatte Musiklehrer Andreas Dertz ein Lied über Bismarck und die Schule geschrieben, das sein Schulchor bei der Zeremonie aufführte.

Diese eingängig, leichte Melodie gefiel dem künstlerischen Leiter der Rentnersingegruppe, Roland Lasch, so gut, dass er in Vorbereitung auf den 200. Geburtstag von Otto Fürst von Bismarck am 1. April 2015 dieses Lied neu bearbeitete.

So entstand eine zweite Stimme für den Alt und der Text wurde an den Ort angepasst und aktualisiert.

An der Dichtung wirkten die Singegruppe sowie die Leiterin der Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen, Dr. Andrea Hopp, mit.

Eine Bildpräsentation, die Roland Lasch zusammenstellte, unterstützt den Text.

Erste Strophe handelt vom Deichhauptmann

In der ersten Strophe geht es um den Geburtsort Bismarcks, Schönhausen. Die zweite Strophe wird von der im letzten Jahr extrem aktuell gewordenen Frage des Hochwasserschutzes geprägt. Der Konzeption und dem Bau der Deichanlage zu Bismarcks Zeit, als er Deichhauptmann der Region war, verdankt es der Ort, dass Schönhausen über 160 Jahre vom Hochwasser verschont geblieben war. Mit der Textstelle: "Dorf und Felder oft schon waren stark betroffen von der Flut. Deichgraf Bismarck zeigte Taten, Dorfbewohnern tat es gut", wird Bismarcks Bemühen um den Deichschutz hervorgehoben.

Die gesamte Region hatte bis zum 10. Juni 2013 keine Überschwemmung mehr zu beklagen und die festgelegte Deichhöhe reichte bis zu diesem Zeitpunkt auch aus. Bilder, die man bisher nur aus anderen Regionen Deutschlands aus dem Fernsehen kannte, wurden im Elbe-Havel-Land bittere Realität.

Die dritte Strophe reißt die Geschichte von Gut II an, welches viele Jahre Schule war und nun als Bürgerzentrum dient.

"Von der Herkunft dieses Kanzlers zeugen Kirche, Park und Haus", heißt es in der letzten Strophe. Der Seitenflügel des Herrenhauses wurde wieder aufgebaut und beherbergt seit 1998 das Museum. Es ist dank der Otto-von-Bismarck-Stiftung ein historischer Lernort, der die Themen der Geschichte aufgreift.

Gesang zum Familientreffen

Otto von Bismarck wurde in der Schönhauser Kirche getauft. Der Park, der einst für Schönhauser tabu war, diente zu DDR-Zeiten als Sportanlage der Schule. Derzeit ist er wieder gesperrt, da nach dem Hochwasser immer noch die Gefahr besteht, dass Bäume umkippen. Am Eingang zum Park steht hinter dem Gärtnerhaus als Sitz der Touristinformation und der als Standesamt genutzten Möbelinszenierung noch der Seitentrakt des Herrenhauses. Dieser sogenannte Zophenflügel, in dem der Reichskanzler geboren sein soll, ist wegen seiner Nutzung als Wohnung Ende der 50er Jahre von der Sprengung des Herrenhauses verschont geblieben.

Die Rentnersingegruppe hat das Bismarck-Lied inzwischen aufgenommen. Es soll mit der bildlichen Untermalung demnächst auf der Schönhauser Webseite zu hören sein - diesem Vorschlag stimmte Bürgermeister Alfons Dobkowicz gern zu. Die fertige Präsentation konnten sich die Schönhauser Senioren vor wenigen Tagen im Rentnertreff beim traditionellen Grillnachmittag der Gruppen ansehen. Eine weitere Vorstellung gibt es bei der Rentnerweihnachtsfeier.

Beim Familientreffen der Bismarcks im kommenden Frühling in Schönhausen wird die Rentnersingegruppe auch dieses Lied vorsingen.

Wie Sie auf dem Bild sehen, ist die Singegruppe zahlenmäßig schwach geworden. "Deshalb würden wir uns über sangesinteressierte Rentnerinnen zur Verstärkung sehr freuen", lädt Ronald Lasch zum Mitmachen ein. Geprobt wird dienstags von 14 bis 16 Uhr.