Vehlgast l Noch harrt das alte Schöpfwerk zwischen Vehlgast und Wendisch-Kirchhof seiner Sanierung. Eigens zu diesem Zwecke hatte sich 2011 der gleichnamige Förderverein gegründet, ihm gehören zwölf Mitglieder an. "Wir haben aber auch viele Unterstützer", berichtet Vorsitzende Ute Funk von vielen Helfern bei den Arbeitseinsätzen. Erst vor kurzem war wieder einer, die alte Pumpe wurde geölt.

Am nächsten Wochenende erfolgt der Feinschliff, denn am 12. September, einem Freitag, lädt der Verein anlässlich des "Tages des offenen Denkmals" zu einer öffentlichen Veranstaltung: "Eine neue Zukunft für das alte Schöpfwerk." Beginn ist um 10 Uhr mit einem Empfang in der Kirche.

Rocco Buchta vom Nabu-Projektbüro wird über den Altarmanschluss in Vehlgast berichten - dieser erfolgt im Zuge der Havelrenaturierung. Über die Entwicklung der Region aus wasserwirtschaftlicher Sicht referiert Vereinsmitglied Holger Ellmann und Albert Giesler aus Mannheim informiert zum Schöpfwerk als technisches Denkmal. Anschließend wird vom Verein der Planungsstand vorgestellt und diskutiert. Vorgesehen ist, dass das um ein Stockwerk erhöhte Gebäude auch eine Begegnungsstätte sein soll - so denn Fördermittel fließen.

Hartmut Lettow vom Vorstand sammelt für eine Ausstellung alte Dokumente zum Schöpfwerk, einige hat er bereits erhalten - zumeist von Wilfried Ebert, dessen Opa beim Deichverband Vehlgast-Damerow tätig war.

2,5 Pfennig für Liter Milch

Die Rechnungen aus der Zeit des letzten Weltkrieges widerspiegeln auch etwas den damaligen Alltag. So hatte der Damerower Rittergutsbesitzer im Sommer 1942 eine Rechnung an den Deichverband mit vielen Posten zusammengestellt. Aufgeführt ist unter anderem für den 13. Juli: "48 Russen zur Bahn gefahren." Für "ein Gespann Russen von Breddin geholt" werden 12 Reichsmark berechnet, der Kutscher kostet 4,80 RM. Für den 17. Juli ist vermerkt: "Zwei Gespanne die entlaufenen Russen wieder zurückgeholt." Im Oktober wurden "18 cbm Sand für Russenlager" geliefert, der Kubikmeter kostet 2,50 Reichsmark. Geliefert wurden für das Lager ferner 405 Liter Magermilch, der Liter 2,5 Pfennige. Ferner Möhren, grüne Bohnen, Wirsing, Weißkohl und Kohlrabi.

Zu sehen sind ferner eine Stromrechnung der Märkischen Elektrizitätswerke für das Schöpfwerk mitsamt dem Gefangenenlager - wo mag letzteres wohl gewesen sein?

Hartmut Lettow würde sich über weitere Zeitdokumente freuen. Er ist unter der Funknummer 0174/4762855 zu erreichen.