Havelberg l Mit einem Großaufgebot an Mitarbeitern und Fahrzeugen hat das Hauptzollamt Magdeburg am Dienstag das Gelände des Havelberger Pferdemarktes in Beschlag genommen. Morgens gegen 8.30 Uhr begannen 50 Zollbeamte mit den Kontrollen bei Schaustellern und Händlern. "Wir haben nichts dramatisches gefunden", fasste Pressesprecher Ralf Klose gestern auf Volksstimme-Nachfrage das Ergebnis in einem Satz zusammen.

Kontrolliert wurde zum Beispiel, ob Schwarzarbeit oder illegale Beschäftigung vorliegt. Dazu wurden 410 Personen befragt nach Personalien, Arbeitsverhältnis selbstständig oder angestellt, Einkommen, Versicherung und Urlaubsansprüchen. Im Blick haben die Zollfahnder dabei auch, ob der Mindestlohn eingehalten wird. Im Schaustellerbereich gibt es den aber bisher nicht. Alle Daten werden noch ausgewertet und etwa mit der Agentur für Arbeit abgeglichen, erklärt Ralf Klose.

Auch wenn die Kontrollen den gewerblich Tätigen auf dem Pferdemarkt galten und nicht etwa den privaten Trödelmarkthändlern, wurde ein privater Händler festgestellt, der mit verfassungsfeindlichen Dingen und Klappspringmessern handelte. Dieser Fall wurde an die Kripo weitergegeben.

Die Zollbeamten waren bereits am Montag angereist und übernachteten bis Mittwoch in der Bundeswehrkaserne. Gestern wurden noch Kontrollen in der Region vorgenommen, etwa auf Baustellen. Eine solche umfangreiche Kontrolle durch den Zoll hat es auf dem Pferdemarkt noch nicht gegeben. Geplant war sie aber bereits für das vergangene Jahr. Wegen der Flutkatastrophe hatte der Markt aber nicht stattgefunden. Überraschende Kontrollen durch den Zoll sind bei großen Festen durchaus üblich. Als Beispiel nannte der Pressesprecher den Eisleber Wiesenmarkt.