Voll war es gestern Nachmittag im "Bayernzelt" auf dem Pferdehandelsplatz. Viele Havelberger und Gäste ließen sich die Eröffnung des Havelberger Pferdemarktes nicht entgehen. Das Sax`n Anhalt Orchester aus Magdeburg brachte das Zelt von Beginn an zum Beben.

Havelberg l "Es ist wieder soweit, es regiert die fünfte Jahreszeit!" Mit großem Beifall untermauerten die zahlreichen Marktbesucher den Ruf des Havelberger Bürgermeisters. Traditionell fuhr er mit seiner Frau Karina sowie Marktmeister Dieter Härtwig und "Pferdelady" Sigrid Wiedenhöft an der Spitze der Kutschen mit den Ehrengästen. Dahinter ein Tross Reiter mit Leuten aus der Region und von außerhalb. Auch die Usedomer Reiter hatten es wieder pünktlich zur Eröffnung des Pferdemarktes geschafft.

"Schön, dass Sie da sind", begrüßte das Stadtoberhaupt die Besucher. Bevor er mit Festwirt Thomas Holtz den traditionellen Bieranstich vornahm und 60 Liter Freibier ausschenkte, hieß er die Ehrengäste willkommen. Darunter Landtagsabgeordneter Ralf Bergmann (SPD), Stadtratsvorsitzender Gerhard Imig (CDU), Vertreter von Bundeswehr, Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst sowie aus Unternehmen und Institutionen. Eingeladen hatte er auch den Finanzminister. Da dieser die kommunalen Finanzen minimieren will, komme er wohl lieber nicht nach Havelberg, kalauerte der Bürgermeister. Und auch der Innenminister ist dem Vorschlag, die Pferde für die Reiterstaffel der Polizei auf dem Pferdemarkt zu kaufen, noch nicht gefolgt.

Mit Blick auf die Bundeswehr erinnerte Bernd Poloski daran, dass Havelberg seit 1628 Garnisonsstadt ist. Und hob hervor, dass die Soldaten beim Hochwasser im vergangenen Jahr enge Partner waren. Namentlich begrüßt wurden auch die drei Austauschschüler aus Venezuela, den USA und Südafrika, die derzeit in Havelberg leben.

Viele treue Marktfans

Ein großes Hallo ging zudem an die Prignitzer Freunde des Pferdemarktes um Kurt Zander, an die Usedomer und die Mecklenburger aus Hagenow und Umgebung. Außerdem an alle Händler und Schausteller sowie die vielen Besucher aus Nah und Fern. Viele halten dem Pferdemarkt seit Jahrzehnten die Treue.

Seinen Dank richtet der Bürgermeister an die Marktleitung und die Platzmeister mit ihren rund 400 Helfern. Bauhof, Landwirte und Firmen sowie etliche Ehrenamtliche tragen alljährlich dazu bei, dass der Markt gelingt.

Gut 350 Pferde, 900 Händler und 75 Schausteller mit gut hundert Geschäften waren bis gestern Nachmittag auf dem Festgelände. Dass bei drei Eheschließungen am Sonnabend in Havelberg sich kein Brautpaar für eine Heirat auf dem Pferdemarkt entschieden hat, bedauerte der Bürgermeister. Schließlich war der Markt einst auch als Heiratsmarkt bekannt. Beim Blick in die Geschichte erinnerte der Bürgermeister daran, dass es Viehmärkte in der Prignitz schon seit dem 13. Jahrhundert gab. Anfang September, am Sonntag nach Mariä Geburt, fanden die Märkte statt. Bis der Große Kurfürst 1655 dies untersagte, weil die sonntäglichen Gottesdienste zur Nebensache wurden. Montag und Dienstag wurde gehandelt, wobei der Viehhandel am Montag später auch Schweinetreiberheiligabend genannt wurde, weil die Händler so viel Einnahmen hatten wie sonst das ganze Jahr über nicht. Zu DDR-Zeiten wurde der Markt aufs Wochenende gelegt, schließlich sollte die Planerfüllung nicht gefährdet werden. "Wir haben uns entschieden, von Donnerstag bis Sonntag zu feiern, und so soll es auch bleiben."

Weil er schon viele Fragen dazu hatte, versicherte der Bürgermeister: Auch im Buga-Jahr 2015 findet der Pferdemarkt statt!

 

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