Havelberg l Einen spontanen Erfahrungsaustausch hatte es am Sonnabend in der Marktleitung des Havelberger Pferdemarktes gegeben. Die Marktmeisterin des Forstfestes in Kamenz Christine Fleischer hatte sich am Morgen kurzentschlossen mit ihrem Mann und ihren Schwiegereltern auf den Weg gen Norden gemacht, um das Havelberger Spektakel kennenzulernen. Die Mitarbeiterin des Ordnungsamtes ist in ihrer Heimatstadt für die Organisation des Rummels beim Forstfest zuständig, der mit rund 100 Schaustellergeschäften ähnlich groß ist wie der Havelberger zum Pferdemarkt.

Das Forstfest findet immer an mehreren Tagen um den Bartholomäustag am 24. August statt. Dabei wird der Kamenzer Forst zum großen Vergnügungspark, um den sich Christine Fleischer kümmert. Zudem gibt es Veranstaltungen in der sächsischen Kleinstadt mit Umzügen und Livemusik.

"Schausteller, Pferdemarkt, Händler und Trödler - das ist der Wahnsinn hier, da muss man staunen", sagte die Marktmeisterin aus Sachsen nach ihrem Rundgang. "Was das für eine organisatorische Herausforderung ist!"

Im Gespräch mit der stellvertretenden Marktmeisterin in Havelberg Grit Lübeck ging es zum Beispiel um die zunehmenden Schwierigkeiten, große attraktive Fahrgeschäfte für einen Rummel zu verpflichten. "Es werden immer weniger Schausteller, die sich solch ein Geschäft leisten können", berichtete Christine Fleischer von ihren Erfahrungen. Und auch von den Sorgen der Schausteller, dass neue EU-Richtlinien zu noch höheren Sicherungsanforderungen führen und alles noch teurer und damit unbezahlbar machen. Hinzu kommt, dass junge Schausteller keine Kredite bekommen, um sich die einige Millionen Euro kostenden Fahrgeschäfte anschaffen zu können.