Als Soldat und zeitweiser Bewohner Havelbergs hat sich Thorsten Diederich vier Jahre lang in der Stadt engagiert. Unter anderem für das Julianenhofheim. Dafür erhält er den Blumenstrauß des Monats September.

Havelberg l Gemeinsam mit Mitja Voßwinkel vom Führungsunterstützungsbataillon 382, Stefan Baacke vom Sanitätszentrum Havelberg und Hartmut Pohl vom Deutschen Bundeswehrverband besuchte Kompaniefeldwebel Thorsten Diederich am Dienstag das Julianenhofheim. Zwei Gründe gab es dafür: Zum einen das Abschiednehmen. Denn mit der Auflösung des Bataillons zum 31. Dezember dieses Jahres geht auch die Patenschaft zum Julianenhofheim zu Ende. Zum zweiten überreichten Thorsten Diederich und Hartmut Pohl 250 Euro aus dem Erlös der Tombola zum Tag der offenen Tür der Bundeswehr. Den dritten Grund kannte er nicht: Hartmut Pohl hatte mit der Leiterin des Heimes, Birgit Lemke, den Oberstabsfeldwebel für den "Blumenstrauß des Monats" vorgeschlagen.

Späterer Umzug ist nicht ausgeschlossen

"Thorsten Diederich ist ein Soldat mit überdurchschnittlichem Engagement in ehrenamtlichen Ämtern in Havelberg", begründet Hartmut Pohl den Vorschlag. Im Rahmen der Patenschaft der 1. Kompanie der Führungsunterstützer hat sich der Spieß dafür eingesetzt, dass Sommer- und Drachenfeste, Besuche auf dem Wasserplatz in Nitzow, Kegeln, Sportfeste und anderes mehr zu tollen Erlebnissen für die behinderten Bewohner des Heimes wurden. Soldaten halfen auch beim Weihnachtsbasteln für den Basar zum Weihnachtsmarkt.

Den Tag bei der Bundeswehr des Sommerlagers des Wassersportvereins hat Torsten Diederich unterstützt. Im Bundeswehrverband führte er nicht nur die Truppenkameradschaft seines Bataillons, sondern war auch Hauptorganisator der Tombola beim Tag der offenen Tür. Der Erlös ging stets an gemeinnützige Einrichtungen in und um Havelberg. Zudem hat er in der Saldernberger Friedhofsgemeinschaft als Kassenwart die Abrechnung auf modernen technischen Stand des 21. Jahrhunderts gebracht und war bei Arbeitseinsätzen dabei, berichtet Hartmut Pohl.

"Wir werden Sie vermissen", sagt Birgit Lemke zur Verabschiedung der "Patenbrigade". Sie bedankte sich für die schöne Zeit mit den Soldaten, die den 50 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sehr viel bedeutet hat. "Thorsten Diederich hat immer die Verbindung aufrecht erhalten. Für uns ist die Zusammenarbeit mit den Soldaten wichtig, denn unsere Bewohner sehen somit auch mal andere Gesichter. Vor allem übernehmen die Soldaten den männlichen Part, denn wir sind hier alles Frauen", erinnert sie ans Drachenbasteln, Fußballspielen, Bootfahren und anderes mehr.

"Wenn man einmal hier gewesen ist und gesehen hat, mit welchem Engagement sich um die Menschen gekümmert wird, dann lässt einen das nicht mehr los. Das ist hier wie eine große Familie. Viele Kinder sehen ihre leiblichen Eltern selten oder gar nicht", nennt der Geehrte Gründe für sein Engagement im Julianenhof. Er zieht den Hut vor den Mitarbeiterinnen. Er könnte diese Arbeit nicht machen, das würde ihn emotional zu sehr bewegen, gab er zu. Aber dieses Engagement zu unterstützen durch die Soldaten, dafür hat er sich immer gern eingesetzt.

Und auch dafür, dass die Einnahmen aus der Tombola des Bundeswehrverbandes hier in der Region bleiben. "Es sind Leute von hier, die die Lose gekauft haben. Warum sollen wir da für etwas Abstraktes spenden. Hier ist das Geld in guten Händen." Jugendzentrum Havelberg, der Jugendklub in Kamern, dessen Gebäude im vergangenen Jahr der Flut zum Opfer fiel, und das Julianenhofheim erhielten unter anderem Spenden.

Er wäre gern in Havelberg geblieben. Auch seiner aus Kanada stammenden Frau hat es hier immer gut gefallen, beinahe wären sie schon hergezogen. "Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Die Menschen sind herzlich und hilfsbereit. Soldaten werden hier integriert, sind Teil des öffentlichen Lebens. Hier muss man auch nicht fragen, ob der Nachbar die Blumen gießt, wenn man mal nicht da ist. Er macht es einfach."

Thorsten Diederich geht zunächst zurück nach Wunstorf. Dass er und seine Frau aber irgendwann mal Havelberger werden, ist nicht ausgeschlossen. Besuche sind auf jeden Fall geplant.

Für die künftige Patenschaft des Heimes mit Soldaten bahnt sich möglicherweise eine Zusammenarbeit mit dem Sanitätszentrum an. Deshalb war Stefan Baacke beim Besuch mit dabei.

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