Um auch bildlich vor Augen zu haben, worüber sie reden, schauten sich die Ratsmitglieder der Gemeinde Wust-Fischbeck am Dienstagabend kurzentschlossen das Gelände für das neue Fischbecker Gerätehaus an.

Fischbeck l Denn vor allem die Wuster sind mit den Gegebenheiten nicht vertraut. "Ich möchte das gern vorher sehen", bat Jürgen Bastek aus Wust zum Auftakt der Ratssitzung im Kabelitzer Dorfgemeinschaftshaus, rasch nach Fischbeck zu fahren. Bürgermeister Bodo Ladwig erklärte die Vorstellungen: Das Hauptgebäude dieses Vier-Seiten-Hofes bleibt stehen. Denn so direkt an der Bundesstraße gelegen, prägt es das Dorfbild. Gebaut als Bauernhof, war es später Lehrlingswohnheim und dann viele Jahre Kindergarten, nun steht es schon lange leer. Scheune und Ställe sowie ein kleines, neben dem Haupthaus stehendes Wohnhaus aus Backstein werden ebenfalls abgerissen, so dass eine ausreichend breite Zufahrt zum Hof entsteht. Die wird auch gebraucht für das Gerätehaus der Feuerwehr. Dieses soll auf dem Hof in L-Form gebaut werden. Auf der einen Seite, zweigeschossig, befinden sich der Sozialtrakt und der große Versammlungsraum, auf der anderen, ebenerdigen Seite ist der Stellplatz für drei Fahrzeuge. "Diese Pläne sind mit der Feuerwehr abgestimmt", erklärte der Bürgermeister.

Bezahlt wird das neue Gerätehaus von den knapp eine Million Euro, die das Landesverwaltungsamt für den Wiederaufbau nach der Flut genehmigt hat. Das alte Gerätehaus in der Fährstraße ist inzwischen abgerissen und die Feuerwehr hat ihr Domizil in einer Scheune. Der Gemeinde entstehen keine Kosten. Bezahlen musste sie lediglich den bereits abgewickelten Grundstückskauf. Dafür wurden für die Feuerwehr zweckgebundene Flut-Spenden eingesetzt. "Wir sind sogar noch günstiger davongekommen als beim ursprünglich geplanten Kauf des Gaststätten-Grundstückes", ist Bodo Ladwig froh, dass dieses leidige Thema nun endlich beendet ist und es mit dem neuen Gerätehaus voran geht. Denn die Zustände, unter denen die Kameraden jetzt Einsatzbereitschaft gewährleisten müssen, seien kaum akzeptabel und müssten so schnell wie möglich beendet werden.

Der Abriss soll noch in diesem Jahr erfolgen. Auch dafür liegen noch Flutspenden bereit. Die konkrete Planung, die Genehmigung und Ausschreibung sollen dann über den Winter erfolgen, so dass im Frühling Baustart ist. "Auch wenn am Ende vielleicht noch ein paar Kleinigkeiten fehlen, soll die Feuerwehr zum Ende des kommenden Jahres einziehen", gibt der Bürgermeister den Zeitplan vor.

Zu klären ist noch, was mit dem Haupthaus passiert. Bodo Ladwig kann sich gut vorstellen, hier vier, fünf barrierefreie Wohnungen einzurichten. "Was sollen wir sonst damit machen." Die Substanz des Hauses sei recht gut, es müsse allerdings grundlegend saniert werden. Von der Flut war das Gebäude, das gegenüber der Kirche auch recht hoch liegt, nicht betroffen.

Aus dem Gemeinderat kam der Denkanstoß, hier den Sozialtrakt für die Feuerwehr mit unterzubringen und dafür das neue Gerätehaus kleiner und damit günstiger zu bauen. Das hält Bodo Ladwig für wenig praktikabel. Er ist zuversichtlich, dass die Wohnungen an Ältere gut vermietet werden könnten. Allerdings ist die Finanzierung noch zu klären. Von einer Hilfsorganisation waren Spenden in Aussicht gestellt worden. "Wir müssen sehen, was damit ist."

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