Nach den Mähdreschern sind es nun die Häcksler, die auf den Feldern im Elbe-Havel-Land fahren. Sie holen die Maisernte ein. Und mit der sind die Landwirte genauso zufrieden wie mit der Getreideernte. Auch die Fischbecker Agrargenossenschaft "Schwarzbuntzucht" zieht positive Bilanz.

Fischbeck l Gerade so wird die noch vorrätige Maissilage für die 1450 Rinder der Agrargenossenschaft reichen. Anders als üblich wird nichts übrig bleiben. Deshalb ist Geschäftsführer Michael Briest auch froh, dass die diesjährige Ernte so gut ausfällt und wieder ein Vorrat angelegt werden kann.

Menge ist ausreichend für ordentliche Reserve

Dabei hatte die Agrargenossenschaft noch Glück: Von den 20 Prozent nicht von der Flut betroffenen Ackerflächen waren 120 Hektar Mais (knapp die Hälfte der Mais-Anbaufläche), die geerntet und in die Silos gebracht werden konnten. "Damit und den 70 Hektarn dazugekauftem Mais sowie einer kleinen Reserve, die trockengeblieben war, sind wir über die Runden gekommen", berichtet Michael Briest. Die Genossenschaft ist nun dabei, die neue Ernte von 250 Hektarn Mais einzufahren, rund eine Woche wird das noch dauern. "Qualität und Quantität sind gut. Es reicht, um unsere Rinder zu versorgen und eine Reserve für das nächste Jahr anzulegen." Rund 7000 Tonnen Maissilage werden es am Ende sein, mit denen die Schwarzbunten gefüttert werden.

So langsam kann die Agrargenossenschaft auch wieder die Milchleistung steigern, die nach dem Stress während der Flut um 15 Prozent zurückgegangen ist. Bei 700 Milchkühen ist das eine Größenordnung, die den gesamten Gewinn ausmacht - Menge und Qualität reichten gerade so, um die Kosten zu decken. "Die Kühe kalben nun nach und nach und die neue Laktation beginnt. Wir hoffen, dann wieder an die Leistung von vor der Flut heran zu kommen", so der Geschäftsführer.

Mühsame Bearbeitung der gefluteten Äcker

Überhaupt wirkt die Flut immer noch nach. Der Aufwand, die Felder zu bearbeiten, ist größer, weil der Boden verdichtet und sehr hart ist. Die Schäden an den Gebäuden sollen nun langsam behoben werden. Betroffen sind die geflutete Werkstatt in der Kabelitzer Straße in Fischbeck, die Milchviehanlage am Fischbecker Ortsrand und auch das Bürogebäude in Kabelitz, in dem der Keller voll Wasser stand. Hier sind nicht nur Nässeschäden zu beheben, sondern auch die Risse, die sich durch Setzungen gebildet haben. "Bisher war dazu gar keine Zeit. Und es musste ja auch alles erst beantragt werden", berichtet Michael Briest, dass es noch im Herbst mit den Bauarbeiten losgeht - bei laufendem Betrieb natürlich. Wie im privaten Bereich muss auch die Agrargenossenschaft für Wiederaufbaumaßnahmen an Gebäuden 20 Prozent Eigenkapital aufbringen.

Immer noch dankbar sind die Mitglieder der Agrargenossenschaft für die Spenden, die es nach der Flut gab - egal, ob finanziell oder in Form von Futter. "Das hat uns sehr geholfen, auch mental."