Der neue Havelpolderdeich, der künftig Jederitz vor Hochwasser bewahren soll, nimmt langsam aber sicher Konturen an. Die Arbeiter aus Uelzen kommen gut voran.

Jederitz l "Die Baufirma aus Uelzen liegt gut im Plan, ich rechne damit, dass Ende Oktober bereits die Fertigstellung der Maßnahme erfolgt", zeigte sich Flussbereichsleiter Reinhard Kürschner aus Genthin beim wöchentlichen Baurapport am Mittwoch optimistisch. Der Genthiner ist für den Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft LHW tätig, welcher etwa eine Million Euro für den Deichbau nahe Jederitz zur Verfügung stellte.

Der Aufbau des Stützkörpers vom Deich werde wohl noch diese Woche beendet, berichtet der Ingenieur weiter. Dieser Kern erhält dann wasserseitig noch eine Abdichtung aus Ton, zum Abschluss wird alles mit Muttererde abgedeckt. Die Krone wird zwecks Deichpflege mit Schotterrasen befestigt.

Zwei Pumpen werden im Flutungsfall aufgestellt

Der Polder rückt näher an Jederitz heran, denn der neue Deich wird nur noch 1,6 Kilometer lang sein. Eine Ertüchtigung des 5,7 Kilometer langen Altdeiches hätte das Dreifache gekostet. Zudem befindet sich dieser in sensiblen Naturschutzgebieten. "Es ist also die ökonomisch und ökologisch bessere Variante", resümiert Reinhard Kürschner. Im Jederitzer Polder steht dann aber auch mehr Retentionsfläche für das Hochwasser zur Verfügung - Sinn und Zweck einer jeden Deichrückverlegung.

Der Deichneubau beginnt an der Landstraße und endet am alten Schöpfwerk. An diesem soll später noch eine Aufstellfläche für eine mobile Pumpe geschaffen werden - diese wird im Flutungsfall aufgestellt. Die Fläche stellte der Ortschaftsrat zur Verfügung. Zwei mobile Pumpensysteme - also mitsamt Schläuchen - werden bis zum Jahresende im Zuge der Maßnahme mit angeschafft und in Havelberg stationiert. Eine wird im Fall der Fälle am Mahlbusen aufgestellt, die andere an den Gräben. Denn diese mussten wegen des Deichbaus in Zusammenarbeit mit dem Havelberger Unterhaltungsverband umgeleitet werden, einer entwässert dann sogar anders herum.

Vielen Jederitzern hatte der nah ans Dorf herangerückte Deich nicht gefallen, sie holten unter anderem den Petitionsausschuss des Landtages. Dieser hatte letztendlich nichts dagegen, empfahl allerdings, den Altdeich nicht zu schlitzen. Diese Option ist derzeit nicht aktuell: Der neue Deich muss erst einmal zwei Jahre ruhen, um sich zu setzen. Erst dann kann zum Altdeich beraten werden.

Weitere Baustellen in der Elb-Havel-Region hat der LHW in Hohengöhren, zwischen Havelberg und Nitzow, in Schönhausen sowie bei Quitzöbel im Brandenburgischen. Die Baustelle in Schönfeld wird diese Woche abgenommen, in Fischbeck und Sandau-Nord ist demnächst Baustart.

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