Etliche Beschlüsse standen am Mittwoch auf der Tagesordnung des Havelberger Bauausschusses, unter anderem zur Sanierung einer Freifläche vor dem Pflegeheim am Camps.

Havelberg l Schon lange bildete das letzte unbefestigte Wegstück für die Bewohner des neuen Lewida-Pflegeheimes am Camps und deren Besucher ein Ärgernis. Wegen der vielen Unebenheiten hier wichen die Krankenfahrzeuge und jene der Besucher sogar schon auf den Gehweg aus. Und mit Rollator oder im Rollstuhl war das Gelände nur noch äußerst schwer zu passieren - es musste also etwas geschehen.

Die in Konsolidierung befindliche Stadt kann den Weg nur mit Hilfe von Fördermitteln sanieren, wie Klaus-Dieter Steuer von der BIG-Städtebau den Ausschuss informierte. Für den vorzeitigen Beginn der Maßnahme kam in der Vorwoche die Bewilligung, um die 75000 Euro soll das Vorhaben kosten. Inbegriffen ist darin das Pflastern dieser knapp 50 Meter langen Fläche sowie die Reparatur der wassergebundenen Decke des unter den Bäumen zur Treppe führenden benachbarten Weges.

Alle vier anwesenden Ausschussmitglieder stimmten dem Vorhaben zu, am 9. Oktober muss dann noch der Stadtrat entscheiden. Er wird aber nur zustimmen, wenn Fördermittel aus dem Stadtumbauprogramm fließen.

Einstimmigkeit herrschte unter den Räten auch zu den privaten Bauvorhaben, wozu Fördermittel beantragt wurden. Am Gebäude am Propsteiplatz 2 soll die Fassade saniert werden, einige Steine fielen bereits herab. Die Stadt fördert die Sanierung des Hauses im Dombereich über den städtebaulichen Denkmalschutz mit 40 Prozent, was knapp 8000 Euro wären. Aus dem selben Förderprogramm sollen 8700 Euro für die Sanierung des Dachstuhls und des Schornsteins in der Steinstraße 14 fließen. Auch diese Sanierung soll bis zur Buga abgeschlossen sein, informierte Klaus-Dieter Steuer.

Geld für Parkplatz Glöwen

Am Wohnhaus Platz des Friedens 1 muss hingegen eine Fassadensicherung erfolgen. In einem solchen Notfall beträgt der förderfähige Höchstbetrag sogar 80 Prozent, demnach sollen für die Investition 6000 Euro fließen. Weil die Fassade offen sei, verschlechtere sich der Zustand des Baukörpers dramatisch, begründete Klaus-Dieter Steuer die Notsicherung. Unter anderem müssen Fenster besser gegen Starkregen geschützt werden. Auch dieses Haus liegt in Domnähe - und mithin auch im Sichtfeld der Buga-Besucher.

Widerspruch kam hingegen bei einem weiteren Punkt auf: Für die von der Gemeinde Plattenburg geplante Befestigung des Parkplatzes hinter dem Bahnhofsgebäude in Glöwen soll eine Dienstbarkeit in Höhe von 7500 Euro eingetragen werden. Die brandenburgische Nachbarkommune bekommt den Bau zwar voll gefördert, muss aber den Flächenkauf selbst finanzieren. Havelberg beteiligt sich zu 50 Prozent mit am Grunderwerb und erwirbt dadurch ein Nutzungsrecht an den geplanten Parkplätzen.

Unverständlich ist es für Stefan Skibbe, dass Kommunen für die Bahn Parkplätze schaffen müssen. Gleiches meinte Sven Hetke, der zudem wissen wollte, was passiert, wenn der Bahnhof geschlossen werden sollte. Bei einer Schließung würde das Geld laut Vertrag nach Havelberg zurückfließen, erklärte Gerd Müller. Klaus-Dieter Steuer berichtete, dass auch andernorts Kommunen solche Bauvorhaben finanzieren - beispielsweise der Parkplatz am Bahnhof in Wittenberge oder über das Schnittstellenprogramm am Bahnhof in Schönhausen. Auch in Wittenberge hätten sich andere Orte an der Finanzierung beteiligt, da deren Bürger den Bahnhof mit nutzen.

Gerd Müller informierte, dass drei Vorhaben neu auf der Flutschadensliste aufgenommen wurden: die Sanierung des Rasens vom Gymnasium-Sportplatz - hier hatte das DRK-Katastrophenschutzteam gezeltet, die Beseitigung einer Sandbank im Vehlgaster Hafen sowie die Sanierung der Zufahrt zum städtischen Katastrophenschutzmittellager am Propsteiplatz.