Havelberg l Kulturfreunde aus Havelberg und Umgebung werden Catrina Steffen vielleicht noch kennen. - War sie es doch gewesen, welche zwischen 1996 und 1998 die Kleinkunstbühne "Zimmer ohne Decke" auf einem Hinterhof am Markt zum Leben erweckt hatte. In dem Hof - hier war einst die Synagoge der jüdischen Gemeinde - hatte damals ihre Oma Frida Steffen gewohnt.

Seit Sonntag zieren Grafiken der Potsdamerin die Flure des dem Hinterhof gegenüberliegenden Rathauses. Der Verein "Kunst im Rathaus" hatte zur Vernissage eingeladen, Vorsitzender Lars Kripke hat einen sehr guten Draht zur Künstlerin - er ist ihr Cousin. "Sie hat Spuren in Havelberg hinterlassen", erinnerte er an die Bühne und die mit bunter Keramik verzierte Säule auf dem Hof.

Als "Phänomen Catrina" bezeichnete die Künstlerin ihr langjähriger Freund Bogomil Helm - er hatte selbst schon im Rathaus ausgestellt. Der Künstler aus dem havelländischen Babe druckt seit 13 Jahren die Kalender mit den Grafiken der Potsdamerin, welche inzwischen Kultstatus erlangt haben. "Eine stetig wachsende Fangemeinde in aller Welt sammelt diese Poster", berichtete er. Catrina Steffens Arbeiten seien spirituell und sinnstiftend, heiter und hintergründig. Und sie seien im hohen Maße authentisch, weil sie ihre Motive lebt.

Etliche dieser insgesamt über 30 Kalendermotive sind nun auch im Rathaus zu betrachten. Und am Abend des 9.November kann man diese hier auch käuflich erwerben.

"Verwurzelt fliegen", lautet das Motto der Ausstellung - und ihre Wurzeln hat die Künstlerin auch in Havelberg. Viele schöne Erinnerungen hat sie an die Segelbootfahrten mit den Großeltern auf der Havel.

Catrina Steffen wurde 1967 in Neuruppin geboren und studierte auf der Burg Giebichenstein in Halle Keramik. Seit 2011 ist sie freiberuflich als Malerin und Grafikerin tätig. Die gesamte Familie ist musikalisch, was bei der Vernissage zu erleben war: Ehemann Ben begleitete auf der Geige, Sohn Jonathan blies Posaune, die Töchter Jorinde und Raja spielten Geige und Klavier.