Der Tag der Einheit ist seit vielen Jahren auch ein Tag der Begegnung zwischen Bürgern aus den Partnerstädten Verden (Aller) und Havelberg. Auch gestern wieder. Nach Verden im Vorjahr sah sich die Stadt Havelberg nun wieder in der Gastgeber-Rolle.

Havelberg l Überpünktlich hatte der Bus mit insgesamt 42 Frauen und Männern aus der niedersächsischen Partnerstadt gestern Vormittag vor dem Havelberger Rathaus gehalten. Bürgermeister Bernd Poloski ließ es sich dabei nicht nehmen, jedem Gast schon beim Aussteigen zur Begrüßung persönlich die Hand zu schütteln. Seinen Amtskollegen Lutz Brockmann nahm er vor Wiedersehensfreude gar in die Arme.

Bei einem Empfang im Rathausfestsaal würdigten beide Bürgermeister dann den 3. Oktober als bedeutungsvollen Tag in der deutschen Geschichte. "Es ist ein großes Glück für uns und eine große Errungenschaft, dass Deutschland wieder eins geworden ist", sagte Bernd Poloski. Traurig stimme ihn allerdings hin und wieder, dass es auch nach 24 Jahren Einheit noch nicht gelungen sei, viele Dinge in den neuen Bundesländern gleich zu stellen mit denen in den alten Bundesländern.

Die Städtepartnerschaft betreffend, freute sich Bernd Poloski, dass sie sich auch in ihrem 24. Jahr noch sehr lebendig zeigt: angefangen von der Unterstützung der Verwaltungsarbeit über die Kontakte zwischen Kleingärtnern, Pfadfindern und Sportvereinen bis hin zu persönlichen Freundschaften zwischen Familien - und natürlich den gegenseitigen Besuchen an jedem 3. Oktober. "Verden und Havelberg, das ist ein sehr gutes Beispiel für eine gelungene Städtepartnerschaft. 2015 feiern wir dann gemeinsam unseren 25. Hochzeitstag", erklärte das Havelberger Stadtoberhaupt.

Sein Amtskollege Lutz Brockmann begann seine Grußworte mit einem Kompliment: "Ich gratuliere euch dazu, was ihr seit der Wiedervereinigung aus eurer Stadt gemacht habt. Gegenüber 1990 ist sie heute kaum noch wiederzuerkennen. Und ich gratuliere euch dazu, dass ihr im nächsten Jahr zu den fünf Orten gehört, in denen die Bundesgartenschau stattfindet." Darauf könnten alle Havelberger stolz sein, meinte Lutz Brockmann. Verden sei jedenfalls auch stolz darauf, so eine Partnerstadt zu haben.

Anschließend luden Bernd Poloski und Bauamtsleiterin Petra Jonschkowski die Gäste zu einer "Vor-Bundesgartenschau" ein. Der Spaziergang führte zu den wichtigsten Buga-Baustellen rund um den Dombereich.

Fußballspiel endet mit einem Verdener Erfolg

Nach Havelberg waren gestern aber auch 12 Verdener Pfadfinder gekommen, um der Pfadfindergruppe in der Domstadt, die sie vor 25 Jahren mit gegründet hatten, einen Besuch abzustatten. Manfred Bosse nutzte die Gelegenheit, um Bernd Poloski ein kleines Gastgeschenk zu überreichen.

Außerdem waren die Fußballer aktiv. Der FSV Havelberg unterlag dabei dem FC Verden 04 im Sportforum nach einer 2:0-Halbzeitführung mit 3:5. Vor der Pause spielte das 1. FSV-Team, danach das zweite.