Wust-Fischbeck (asr) l Die Flut-Spendenkommission der Gemeinde Wust-Fischbeck ist aufgelöst. Das hat der Gemeinderat unlängst auf seiner Sitzung in Kabelitz beschlossen.

Zunächst waren die Mitglieder entlastet worden. Acht Männer und Frauen - fast aus jedem Ortsteil der Gemeinde stammend - hatten sich nach der Flut im Juni 2013 zusammengefunden, um die Spenden zu verteilen. Den Vorsitz der Gruppe hatte Pfarrer Christof Enders aus Jerichow.

Knapp eine halbe Million Euro Spenden aus dem ganzen Land waren für die Flutopfer dieser Gemeinde gespendet worden, ein Teil davon zweckgebunden beispielsweise für die Feuerwehr oder die Kegelbahn.

Drei Schadenskategorien

Wie das Geld am besten verteilt wird, darüber hatte sich die Kommission lange den Kopf zerbrochen. Am Ende legte sie drei Schadenskategorien fest, für die es jeweils eine bestimmte Summe für alle Antragsteller gab: Die Hausbesitzer, bei denen der Keller geflutet war, erhielten 710 Euro. 2650 Euro bekamen diejenigen, bei denen das gesamte Erdgeschoss unter Wasser stand.

Nach einiger Zeit wurde deutlich, dass in vielen Häusern, in denen eigentlich "nur" der Keller betroffen war, infolge von Setzungen die Fußböden der Wohnetage herausgerissen werden mussten. Hier wurde der Spendenbetrag auf 1400 Euro erhöht.

"Dieses Gießkannenprinzip hat sich als das gerechteste erwiesen. Wir hatten verschiedene Modelle probiert, aber haben uns dann für die Gleichbehandlung entschieden", erklärt Christof Enders. Berücksichtigt werden musste auch noch, dass verschiedene Hilfsorganisationen ebenfalls Spenden verteilten. Der Pfarrer ist froh, dass die gewählte Aufteilung auch von den Empfängern als richtig empfunden wurde und sich jeder über die Zuwendung freute. "Es war zum einen eine finanzielle Hilfe in einer schweren Zeit und zum anderen auch eine wichtige emotionale Unterstützung. Denn man wusste, man steht nicht allein, weil Menschen im ganzen Land halfen - das tat gut!"

Es sei generell eine hochdramatische Zeit gewesen, in der er und seine Mitstreiter auch viel seelsorgerische Arbeit leisten mussten, "der Gesprächsbedarf war sehr groß". Und auch heute noch wollen die Menschen über das Erlebte reden - "das ist gut so!".

Kleiner Rest für Härtefälle

Alles Geld ist noch nicht ausgegeben, weil auch nach der Auszahlung immer noch Spenden eingegangen sind. Diese Summe nochmals auf alle aufzuteilen, sei allerdings nicht angebracht, weil es sich nur um ein paar Euro für jeden Haushalt handeln würde.

10000 Euro behält die Gemeinde bis Jahresende für Härtefälle zurück. Denn bei manch einem Haus treten jetzt erst Folgeschäden auf.

Und auch die Kommune selbst behält einen Teil, den sie für den 20-prozentigen Eigenanteil bei der Sanierung der gemeindeeigenen Wohnungen aufbringen muss.

Alle anderen kommunalen Flutsanierungen, die jetzt langsam an Straßen, Brücken und Gebäuden anlaufen, werden zu 100 Prozent finanziert.