Das Fest am Tag der Einheit in Schönhausen war zugleich auch allen Flutopfern gewidmet - denn organisiert hatte es das Netzwerk der Fluthilfe-Organisationen.

Schönhausen l "Eine schwere Zeit liegt hinter uns und es gibt noch viel zu tun", brachte es Verbandsbürgermeister Bernd Witt bei der Eröffnung auf den Punkt. Er war der Überraschungsgast, hatte er doch nach langer Krankheit wieder seinen ersten öffentlichen Auftritt. Und musste darum viele Hände schütteln.

"Bernd Witt hatte sich kurz nach der Flut mit uns zusammengesetzt und sich sehr für die Umsetzung des Festes engagiert", informierte Mitorganisatorin und Spendenberaterin Judith Liban. Hauptsächlich hatten das DRK, der Kirchenkreis und die Caritas die Aktion in Schönhausen vorbereitet, weitere Organisationen des Netzwerkes sind der Arbeiter-Samariter-Bund ASB, die Diakonie und die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe.

Die Organisatoren hatten es möglich gemacht, dass zum Fest alles gratis war. Eine Schaubäckerei aus Calvörde hatte beispielsweise zwölf Bleche Kuchen gespendet. Abends spielten die Village Boys auf und es gab als Überraschung ein Feuerwerk.

Der ASB aus Tangerhütte hatte ein Glücksrad mitgebracht, diverses Spielzeug - einstige Flutspenden - wartete auf die Kinder. Nebenan hatte das Netzwerk einen Infostand aufgebaut, hier lagen Broschüren aus, welche über Vorsorge in flutgefährdeten Gebieten sowie Hilfsangebote der Organisationen informierten.

Der Stand für die Kinder wurde vom Caritasverband betreut. Hier wurden Anstecker hergestellt, Luftballons aufgeblasen und es gab eine Malstraße. Mit dabei war auch eine gute Bekannte im Ort: Kunsttherapeutin Julia Wübbenhorst ist im Ort für die Flutnachsorge bei den Erwachsenen zuständig. Ab November können aber auch Kinder in ihr Atelier kommen - es befindet sich im Bürgerzentrum. Das Angebot ist kostenfrei. Eine angehende Kunsttherapeutin saß ebenfalls mit am Stand und schminkte die Kinder: Fränze Malzahn wohnt in Nitzow und studiert diesen Beruf.

DRK-Hundestaffel war ein Anziehungspunkt

Ein Anziehungspunkt vor allem für die Kinder war die von Anett Fiedler geleitete Rettungshundestaffel des DRK. Deren Tiere sind als Personensuchhunde sehr auf den Menschen fixiert und lassen sich darum auch streicheln. In der 27 Mitglieder starken Staffel sind derzeit 17 Hunde, fast alle befinden sich aber noch in der Ausbildung. Lediglich ein Personen- sowie ein Flächensuchhund sind ausgebildet. Deshalb kooperiert die Staffel bei Einsätzen mit jener im Kreis Salzwedel. Dieses Jahr gab es bereits 13 Einsätze, bei zweien davon war die Suche erfolgreich.

Trainiert wird auf dem Platz in Stendal-Borstel und dessen Umgebung, aber auch in Havelberg. Bei einer vermissten Person - oft handelt es sich um Demenzkranke, teils aber auch um Suizidgefährdete, verirrte Pilzsammler oder vermisste Kinder - wird zuerst der Flächensuchhund von der Leine gelassen. Er ist in der Lage, weite Flächen abzusuchen. Hat er eine Spur gewittert, geht der Personensuchhund - von Fachleuten auch Mantrailer genannt - ins Rennen. Oft ist die Suche erfolglos, weil das Gebiet unklar ist, wo die Person gesucht werden soll. Oder sie wird von der Polizei gefunden oder meldet sich von selbst.

Emotional berührend war für die Gäste im Festzelt - sie waren aus der gesamten Verbandsgemeinde angereist - die Aufführung des Kindermusicals "Komm schon auf die Beine". Melanie Seifert und Lisa Wehner aus der Kita "Haus der kleinen Elbzwerge" in Elster - im Landkreis Wittenberg an der Elbe gelegen - hatten das Musical unter dem Eindruck der Flut komponiert. Gegenseitig halfen sich die Einwohner, hielten zusammen wie nie zuvor: "Komm schon auf die Beine, du bist nicht alleine."

   

Bilder