Gleich mehrere anstehende Ereignisse veranlassten die Kuhlhausener, am Sonnabend ihre Ortschaft herauszuputzen. Zum Arbeitseinsatz aufgerufen hatten Kirchgemeinde und Ortsverein.

Kuhlhausen l Emsiges Treiben herrschte am Sonnabend in der Kirche, auf dem Friedhof und den Straßen in Kuhlhausen. Erstmals hatten Kirchgemeinde sowie Orts- und Kulturverein gemeinsam zu einem Arbeitseinsatz aufgerufen, dem etliche Bürger der Havelortschaft gefolgt waren.

Zentrale Treffpunkte waren die Kirche und der Friedhof. Im Gotteshaus hatte gestern der Erntedankgottesdienst stattgefunden, weshalb es gesäubert und dekoriert werden musste. Kathrin Winter schwang eifrig den Staublappen, während Heike Buricke die riesigen Fenster säuberte.

Die nach Plänen des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel erbaute Kirche besitzt nicht nur neue Fenster, sondern seit kurzem auch eine sanierte Fassade. Denn an einigen Stellen waren bereits Stuckelemente herabgefallen, weshalb die Kirchgemende handeln musste. Um die 30000 Euro waren vonnöten, um die ärgsten Schäden zu beseitigen, berichtete Kirchenratsvorsitzende Karin Nicksch. Aus dem europäischen Leader-Programm flossen etwa 8000 Euro, die Lotto-Toto-Stiftung unterstützte das Vorhaben mit 7000 Euro. Auch etliche Kuhlhausener spendeten, der Rest floss aus dem Baulastfonds der Kirche. Allerdings konnte mit dem Geld nicht die komplette Fassade saniert werden, der Rest kommt dann in einigen Jahren an die Reihe.

Rings um die Kirche waren auch viele Freiwillige im Gange, so harkten die Jugendlichen Nadine Demmeland, Miriam Lehnhardt, Melissa Camacho Garcia und Philipp Göner Laub. Ortsvereinsvorsitzender Hans-Werner Ramm hatte die Kettensäge mitgebracht, um die Bäume zu stutzen.

Erde an Mauer aufgefüllt

Sägen waren ebenfalls auf dem Friedhof gefragt, auch hier wurden Bäume und Sträucher gestutzt. Zudem mussten zwei alte Gräber, deren Frist abgelaufen und wo sich keine Nachkommen gefunden hatten, beseitigt werden. Nach dem Versetzen der Friedhofsmauer - dies hatte sich wegen der Sanierung der Ortsdurchfahrt nötig gemacht - musste an dieser die noch fehlende Muttererde aufgefüllt werden. Gleiches geschah an der Friedhofseinfahrt.

An der neuen Mauer waren auch die drei ältesten Freiwilligen mit der Harke im Einsatz: Kurt Lück wird in wenigen Tagen 83 Jahre alt, nur zwei Jahre jünger sind Hans-Christoph Schröder sowie Friedrich-Carl Ebendorff-Heidepriem.

An der Ortsdurchfahrt wurde ebenfalls fleißig gewerkelt, eine Firma aus Havelberg montierte hier die neuen Straßenlampen, die zeitgemäß mit LED-Technik strahlen werden. Denn Mittwoch um 16 Uhr muss hier alles fertig sein - dann wird die neue Durchfahrtsstraße vom Minister übergeben. Er wird dank der vielen Freiwilligen auch eine schmucke Ortschaft vorfinden.

Die Kuhlhausener dachten aber auch weiter: Im kommenden Jahr steht die Buga 2015 Havelregion an, weshalb auch noch etwa 2000 Tulpenzwiebeln in die Erde gebracht wurden. Denn jetzt müssen sie gesteckt werden, um im kommenden Jahr die vielen Gäste zu erfreuen - und sicher auch die Einheimischen.

Als kleines Dankeschön für die Helfer gab es am Nachmittag nach getaner Arbeit noch einen gemütlichen Teil mit Kaffee, Kuchen und Imbiss.

   

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