Melkow (asr) l Live im MDR-Radio verfolgen kann man am Sonntag, 26. Oktober, einen Gottesdienst aus der Melkower Kirche. Nach 2012, als die Biker zum Saisonende im Jerichower Kloster im Mittelpunkt standen, dreht sich dieses Mal alles um die Flut.

Im Gemeindebrief "aufgeschlossen" schreibt Pfarrer Christof Enders dazu: "Die Flut hat in unseren Gemeinden nicht nur Schäden an Gebäuden und Straßen verursacht, sondern auch an Beziehungen und Seelen. Die Häuser werden Stück für Stück saniert. Davon kann man viel in den Medien erfahren. Aber wie ist das mit den zwischenmenschlichen Verletzungen? Auch hier gibt es Versöhnung und Heilung. Das ist eine sehr schöne Erfahrung... Das Wasser kam bis unmittelbar vor das Dorf Melkow, hat aber die Häuser nicht betroffen. Melkow liegt somit genau auf der Grenze. Und genau das ist unser Anknüpfungspunkt. Wenn wir im Radio von unserer Situation erzählen, dann hören sehr viele zu, die keine Flut erlebt haben. In den Vorbereitungsgesprächen wird uns aber immer klarer: Die Flut hinterlässt nicht nur bei den unmittelbar Betroffenen ihre Spuren. Viele aus unserem Bereich berichten, wie schwer es ist, nicht helfen zu können... Mit dem Gottesdienst wollen wir Mut machen, in schwierigen Zeiten positiv nach vorne zu schauen. Wir wollen Geschichten von gelungener Versöhnung erzählen und Brücken zum Radiohörer und den nicht betroffenen Gemeindegliedern bauen, wie er/sie im eigenen Umfeld Hoffnung pflanzen kann."

Betroffene kommen zu Wort

Zu denen, die zu Wort kommen, gehören Matthias Albrecht und Katharina Butscher aus Melkow, Annett Komorowski aus Wust und Flutberaterin Judith Liban aus Kamern.

Für die musikalische Umrahmung des Radio-Gottesdienstes sorgt Stendals Domkantor Johannes Schymalla mit einem kleinen Kammerchor.

Pfarrer Christof Enders wünscht sich, dass die Kirche am 26. Oktober voll ist und dass viele zuhören - durchschnittlich 350000 Zuhörer gibt es am Sonntagmorgen um 10 Uhr.

Apfelbaum wird gepflanzt

Das vom Helfernetzwerk initiierte "Apfelbaumprojekt" strahlt auch auf Melkow aus. Nachdem bereits an der Fischbecker und der Schönhauser Kirche Bäume gepflanzt worden sind, wird Judith Liban zusammen mit den Gottesdienstbesuchern auch in Melkow einen Baum in die Erde setzen, begleitet vom Lutherwort "Und wenn morgen die Welt unterging, so würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen". Damit geht das Projekt, bei dem jeder flutbetroffene Grundstücksbewohner einen Apfel- oder Kirschbaum erhält, langsam zu Ende - der Schlusspunkt wird am 31. Oktober zum Reformationsfest gesetzt. Am heutigen Donnerstag und Sonnabendvormittag sind die letzten Ausgabetermine am Schönhauser Blumenladen von Siegfried Güldenpfennig.