Sandau (ifr) l "Die Sandauer Jugend braucht einen Anlaufpunkt" - darauf wiesen Birka Müller und Heike Heller auf der Stadtratssitzung hin. Überall werden die Jugendlichen fortgejagt, die Sitzgruppe als Treff sehe zudem wegen des Mülls unschön aus. Vielleicht könnten die alte Feuerwehr oder die Turnhalle als Treff genutzt werden?

Neben dem nicht vorhandenen Raum sei dazu auch ein Betreuer nötig, erklärte Bürgermeister Henry Wagner - ohne einen solchen gehe es gar nicht. Sandau ist in der Konsolidierung, er sieht dafür keinen finanziellen Spielraum. Um die 10000 Euro müsse man für den Betreuer einplanen, auch der Unterhalt des Raumes und dessen Ausstattung kosten Geld.

Dass der Jugendklub im Fehnweg vor Jahren geschlossen worden war, fand Ratsmitglied Danny Lindemann schade. Vielleicht gäbe es einen Zwischenweg, er habe einen Jugendbetreuer-Schein, womöglich finden sich weitere. "Wir müssen etwas für unsere Jugend tun, sonst läuft sie uns weg", mahnte auch Christa Pooch-Kowalczyk.

Bernd Kandner verwies auf den Wohnort seiner Tochter in den alten Bundesländern - dort werden die Jugendlichen immer im Wechsel von bestimmten Eltern betreut. Der Ort sei ähnlich groß wie Sandau, die Jugendarbeit klappe dort gut.

Silvio Wulfänger verwies darauf, dass es in Sandau bereits viele Angebote für die Jugend gibt: beim Karneval- oder Sportverein, der Kirche oder der Feuerwehr etwa. Zur nächsten Ratssitzung soll das Thema nochmals auf den Tisch, erklärte der Bürgermeister - bis dahin wolle er Möglichkeiten ausloten.