Der DRK-Ortsverein Havelberg-Land gerät Ende des Monats in Personalnot. Denn gleich für drei Bürgerarbeiter läuft am 30. Oktober die dreijährige Maßnahme aus.

Havelberg l "Die wenigen Helfer, die noch übrig bleiben, können die anfallende Arbeit allein dann nicht mehr stemmen", macht Birgit Lemke, die Vorsitzende des Ortsvereins, auf das bevorstehende große Problem aufmerksam. "Wenn kaum noch einer da ist für die Kleiderkammer und die Begegnungsstätte, dann können wir hier in der Genthiner Straße dicht machen", sagt sie. "Das wäre das Schlimmste, was uns passieren kann."

Im Vorstand sei man sich jedoch einig darin, "dass dies auf gar keinen Fall eintreten darf", erklärt die Vorsitzende. "Der Ortsverein hat in den vergangenen Jahren so viel geschaffen, vor allem auch mit der Sozialboutique in der Steinstraße, das darf jetzt nicht einfach den Bach runtergehen." Zudem treffen sich die Rentner aus Kuhlhausen und die Rheumaliga regelmäßig zu ihren Veranstaltungen in der Begegnungsstätte. "Und das soll auch künftig so bleiben", versichert Birgit Lemke. Das Gleiche gilt für die Absicherung der Blutspendetermine im Altkreis durch Mitglieder und Ehrenamtliche des DRK-Ortsvereins.

Die Hauptlast des Kräfteeinsatzes allerdings betrifft die Kleiderkammer. "An jedem Montag - wenn Blutspende ist, dann am Dienstag - müssen von uns 15 Kleidercontainer in der Region geleert und die Sachen zur Kleiderkammer nach Havelberg gefahren werden. In den Folgetagen steht dann Sortieren, Sortieren und nochmals Sortieren auf dem Programm und nach diesem eine gründliche Reinigung der Kleiderkammer", zählt die Vorsitzende auf. Außerdem gelte es auch die Öffnungszeiten der Kleiderkammer und der Sozialboutique abzusichern.

Zu den erfreulichen Dingen in dieser Situation gehört, dass sich die drei Bürgerarbeiter, deren Maßnahme in der nächsten Woche ausläuft - bei ihnen handelt es sich um Ute Gorges, Rosemarie Mosebach und Udo Habel - in persönlichen Gesprächen mit Vorstandsmitgliedern bereit erklärt haben, die Arbeit des DRK-Ortsvereins ab November, so wie es ihnen möglich ist, auf ehrenamtlicher Basis weiter zu unterstützen. "Für diese Bereitschaft sind wir ihnen sehr dankbar, denn damit können die wichtigsten Dinge erst einmal aufrecht erhalten werden", freut sich Birgit Lemke. Allerdings deckt das nicht das gesamte Arbeitsfeld ab, weshalb sich ab 3. November veränderte Öffnungszeiten der Sozialboutique und der Kleiderkammer erforderlich machen. Montag und Freitag sind Schließtage, am Dienstag und Donnerstag stehen beide Einrichtungen von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr offen, am Mittwoch außerdem die Sozialboutique von 10 bis 12 Uhr.

Über Frauen und Männer, die dem Ortsverein gern ehrenamtlich unter die Arme greifen möchten, würde sich dieser angesichts der Personalnot sehr freuen. Er ist unter Tel. 039387/20730 erreichbar.