Warnau l Üblicherweise arbeiten in der Warnauer Tischlerei Dähne immer sechs Lehrlinge - zwei pro Lehrjahr. In dieser und in der Vorwoche waren es allerdings sieben - zu den sechs angehenden deutschen Tischlern gesellte sich ein Lehrling aus der Schweiz. Bei den Eidgenossen heißt der Tischler allerdings Schreiner - und der Fleischer ist dort wie auch in Süddeutschland der Metzger.

Schreinerlehrling Livio Jenni arbeitet ansonsten in einer Tischlerei in Luzern, im Schweizer Kanton Zug gelegen. Begonnen hatte diese Firma einst mit dem Bau von Kutschen, jetzt werden dort vorrangig Möbel gefertigt, ab und zu auch Türen. In Warnau lernte er, wie man Fenster herstellt: Teile zusammenleimen, streichen oder Profile herstellen. Automaten nehmen dem Menschen dabei allerdings schon allerhand Arbeit ab, dennoch ist manchmal auch noch Handarbeit vonnöten. - Mal andere Arbeiten kennenzulernen, das ist auch der Sinn des Austauschprogramms der Handwerkskammer.

Lehrzeit dauert vier Jahre

Dazu gehört auch, dass jeder Gast einen Paten bekommt, bei dem man auch Unterkunft erhält. Livios Paten-Lehrling ist Nico Oppermann aus Stendal, dessen Familie sogar den Tagesablauf extra umgestellt hat. Denn in der Schweiz gibt es keine Frühstückspause. Dort müssen Lehrlinge diesen Handwerksberuf übrigens sogar vier Jahre lang erlernen, der 18-jährige Gast aus der Schweiz ist wie sein deutscher Pate im dritten Lehrjahr.

Zwei Wochen in der Schweiz

Betreut wird das Programm in der Alpenrepublik von einem ehemaligen Lehrer, hier ist es Joachim Friedrich von der Stendaler Berufsschule. Pate Nico Oppermann hatte im Sommer ebenfalls zwei Wochen in der Schweiz gearbeitet, er wohnte bei einer Familie in Oberäggeri am Aegerisee.