Mächtig gewaltig sieht er aus, der frisch sanierte Deich am Neuen Wiehl bei Schönhausen. Jetzt erfolgte die offizielle Übergabe.

Schönhausen l "Das ist ja hier wie auf der Autobahn!" lobte ein vorbeikommender Radfahrer, der die neue Asphaltbefestigung der Deichkrone gleich testete. Doch nicht nur das ist neu, auch der komplette Deich bietet einen ungewohnten Anblick: Mit seiner zwölf Meter breiten Krone ist der Wall neben dem Wiehl mehr als doppelt so stark als normal.

Doch war das nach den Erfahrungen aus 2013 durchaus erforderlich: "Hier hatten wir etliche Sickerstellen gehabt, nun können wir wieder ruhiger schlafen", erklärte Bürgermeister Alfons Dobkowicz. Die wichtigsten Problemstellen des Vorjahres seien auch zuerst saniert worden, ergänzte Reinhard Kürschner vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz LHW als Bauherr.

Nunmehr sind hier zwei von insgesamt drei Bauabschnitten erledigt, 1,7 Kilometer Deich sind nun normgerecht. Die jüngste Baustelle hatte sich über einen Kilometer erstreckt, von der Überfahrt am Wiehl bis zum Steindamm. Dort beginnt der letzte Bauabschnitt, hier sollen nochmals zwei Kilometer Deich saniert werden.

Flut verzögerte Baustart

Der Baustart im Vorjahr war wegen der Flut etwas verzögert, Ende Juli waren die Archäologen angerückt, im August folgten dann die Bagger. Nach der Flut wurde in der Bauphase noch der Regelquerschnitt geändert, der Wall wurde breiter und bekam zusätzlich eine Berme. Nach 2013 baut der LHW grundsätzlich nur noch mit Berme, um überall notfalls rasch an den Deich zu gelangen - in Hohengöhren war das im Vorjahr nicht gelungen, der Wall dort wurde aufgegeben.

Der sanierte Deich bekam eine Tondichtung, auch wurde die Böschungsneigung der Norm angepasst. Sogar der angesäte Rasen ist an vielen Stellen gut aufgegangen. Die Gesamtkosten betrugen 1,9 Millionen Euro, das Geld stammt aus dem europäischen ELER-Fonds für die Entwicklung ländlicher Räume. Zuvor waren am Wiehl bereits eine Spundwand und Wühltierschutz im Deichfuß eingearbeitet worden.

Eigentlich sollte der dritte Abschnitt 2015 begonnen werden. Doch wird daraus wohl nichts: Zur Ausschreibung sei nun ein kompliziertes VOF-Verfahren nötig, was den Bauanlauf um ein weiteres halbes Jahr verzögern dürfte, erklärte Reinhard Kürschner. Angekündigt hatte die Landesregierung nach der Flut des Vorjahres eigentlich das Gegenteil.