Wie geht es weiter mit dem Heizhaus in Klietz? Gibt es genug Interessenten für eine Erweiterung? Das Thema und weitere wurden auf der Ratssitzung behandelt.

Klietz l Das Heizhaus an der Schule soll modernisiert und - wenn möglich - dessen Abnehmerkreis erweitert werden. Das Leipziger Institut Tilia erstellt derzeit ein Gutachten dazu. Martin-Joseph Hloucal vom Institut informierte die Räte über die Ergebnisse der Befragungen in der Friedenssiedlung, der Ring- und Forststraße sowie dem Mahlitzer Weg.

In der Friedenssiedlung sieht es momentan so aus, als ob nicht genügend Anschlusswillige zu finden sind: Für die etwa ein Kilometer lange Wärmeleitung dorthin wären 35 Abnehmer nötig, damit die Investition sich rechnet. Lediglich zehn Anwohner bekundeten ihr Interesse, viele heizen bereits mit Gas.

Nicht genügend Abnehmer für Wärmeleitung

Noch krasser ist es in der Forststraße, dem Mahlitzer Weg und der dortigen Siedlung: Hier wären gar 75 Abnehmer vonnöten - deren Erschließung ist also noch Zukunftsmusik. Zwar heizen laut Aussage von Jörg Pürner in der Forststraße noch fast alle mit Öl, aber 75 Haushalte kommen dort bei weitem nicht zusammen.

Helmut Lemme ist generell gegen die Sanierung des Heizhauses, er favorisiert dezentrale Gasheizungen. Mit dem Konzept der Gemeinde sollen zumeist Objekte beheizt werden, die ihr gar nicht gehören, kritisierte er. Die Gemeinde sei pleite, eine hohe Investition sei den Bürgern nicht zuzumuten.

Klietz sollte sich mit dem regionalen Energieversorger Avacon zusammensetzen, schlug Günter Bähne vor. Die Firma bezuschusse den Leitungsbau, auch er setzt auf dezentrale Anlagen. Die Kommune solle sich bei der Wärmeversorgung nicht in Abhängigkeit von anderen begeben, mahnte Uwe Gährs vom Institut aus Leipzig. Solch Vertrag laufe in der Regel über zehn Jahre, der Gaspreis steige stetig. Anders sehe es bei Biogas oder heimischem Holz aus, dort seien zwar die Investitionskosten der Gemeinde anfangs hoch, doch bleibt der Preis danach gleichbleibend niedrig - was letztendlich beim Kunden zählt. Auch bleibe das Geld in der Region.

Wichtig sei, dass das von der Kommune ihren Bürgern unterbreitete Angebot billiger sei als das von diesen momentan genutzte. Die Erweiterung des Versorgungsgebietes des Heizhauses sei ohnehin nur ein Zusatzangebot gewesen, meinte der Ingenieur mit Blick auf die dafür nicht ausreichenden Interessenten.

Ein weiterer Punkt zum Thema Heizhaus waren die verschiedenen Umbauvarianten. Im Vorjahr investierte die Gemeinde 132000 Euro in den Heizhausbetrieb. Viel Wärme geht aufgrund der überdimensionierten und alten Leitungen verloren.

Beim Umbau auf Biogas und Holz würden jährlich nur noch 72600 Euro anfallen, bei der Variante Biogas und Erdgas gar nur noch 68000 Euro. Zwar wären die Investitionen mit 880000 beziehungsweise 762000 Euro anfangs recht hoch, doch wird das zum einen vom Staat gefördert und zum anderen erzeugt die Biogasanlage dann auch noch Strom, welcher wiederum verkauft werden kann. Eberhard Wienmeister meinte denn auch, dass man nur mit Fördergeld bauen könnte.

Errichtet werden soll die Biogasanlage am Kuhstall - so sie denn gebaut wird. Im Gemeinderat einigte man sich, die dezentrale Gasversorgung sowie die Varianten Biogas/Holz sowie Biogas/Erdgas näher ins Auge zu fassen. Außen vor bleiben somit das Umrüsten auf Holzpelletts oder Hackschnitzel, Wärmepumpe oder Photovoltaik - das würde den Arbeitspreis für die Wärme zu teuer machen.

Geld für Brandschutz in den Wohnblöcken

Zudem mussten sich die Räte mit einer weiteren Ausgabe befassen: 65000 Euro, die für die Schulküche eingeplant waren, müssen nun in den Brandschutz fließen. Denn für die beiden kommunalen Wohnblöcke in der Ringstraße sind Fluchtwege vonnöten, welche der Architekt beim Umbau "vergessen" hatte. Nun müssen Rauch- und Wärmeabzugsanlagen ertüchtigt sowie Brandschutztüren und eine feuerhemmende Treppe zum Dachboden eingebaut werden.

Doch sind damit noch längst nicht alle Auflagen der Brandschützer des Landkreises erfüllt: Ein zweiter Fluchtweg ist nötig. Dazu müssten entweder die vier Dachgeschosswohnungen zurückgebaut werden, was die Gemeinde wegen der Mietausfälle nicht will. Oder aber eine Drehleiter angeschafft werden - was die Verbandsgemeinde bezahlen müsste. Solch Gefährt wäre ohnehin auch in Schollene oder Schönhausen für die Wohnblöcke vonnöten, die Drehleitern aus der Umgebung sind nicht schnell genug vor Ort - zwölf Minuten hat der Gesetzgeber dafür vorgesehen.

Die Schulküche soll dann 2015 mit Fördermitteln saniert werden.