Havelberg l Die Feuerwehren waren am Dienstagabend in zwei Tagesordnungspunkten Thema im Havelberger Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Tourismus. Als es im Nachtragshaushalt um die Hochwasserspenden ging, die in den Wehren der Einheitsgemeinde zum Kauf von neuer Einsatzkleidung und Dienstuniformen verwendet werden, fragte Stadtrat Tino Rosenburg, ob denn nun jeder Kamerad entsprechend ausgestattet ist. Das ist noch nicht der Fall, antwortete Stadtwehrleiter Ulrich Ziegler, der mit weiteren Kameraden an der Sitzung teilnahm.

Es sind immer wieder Nachkäufe erforderlich. Vor allem die Einsatzkleidung ist einem hohen Verschleiß ausgesetzt. "Unser Ziel ist seit langem ein Bekleidungs- und Ausrüstungslager, damit wir unsere Kameraden und auch die Jugendwehr schnell ausstatten können. Doch geben das die Räumlichkeiten bisher nicht her", berichtete der Wehrleiter. Andere Städte wie Osterburg, Tangerhütte und Stendal haben so etwas. Neue Kameraden warten unter Umständen vier Wochen auf ihre Einsatzkleidung. Ohne diese dürfen sie nicht an Ausbildungen oder Einsätzen teilnehmen. Nötig ist auch Schuhwerk. Üblicherweise bekommen neue Kameraden alte Schuhe.

Jährlich Geld für neue Einsatzkleidung nötig

Ulrich Ziegler berichtete aber auch von einem Riesenvorteil in der Havelberger Wehr. Seit fast 20 Jahren kann dort die Einsatzkleidung gewaschen werden. 40 Wäschen hält sie aus. "Kräfte, die häufig im Einsatz sind, brauchen alle fünf Jahre neue Kleidung. Das sind rund 1000 Euro für Hose, Jacke, Stiefel und Handschuhe." Vorgeschrieben ist, dass die Helme alle zehn Jahre auszutauschen sind. "Wenn wir pro Jahr 5000 Euro für die Beschaffung neuer Kleidung hätten, wäre das gut", sagte der Wehrleiter. Er verwies darauf, dass die Hauptlast der Einsätze in der Einheitsgemeinde - 95 Prozent - die Havelberger Feuerwehr trägt.

Ausschussvorsitzender Fred Lähns informierte, dass Ausschussmitglieder künftig an den Jahreshauptversammlungen der Wehren teilnehmen wollen, um von den Problemen zu erfahren. "Das Thema Feuerwehr wird uns die ganze Wahlperiode begleiten."

Im Tagesordnungspunkt Aufwandsentschädigung zeigte sich deutlich, dass alle Stadträte dafür sind, die Beträge anzuheben. Der Vorschlag der Verwaltung ist, dass der Stadtwehrleiter künftig 180 Euro (bisher 110 Euro) monatlich erhalten soll. Sein Stellvertreter soll 90 Euro (70) erhalten, der Jugend- und der Gerätewart jeweils 60 Euro (45). In den sechs Ortswehren sollen die Wehrleiter 80 Euro (bisher 40 bzw. 45 Euro) erhalten, die Stellvertreter 50 Euro (20 bis 25), die Jugend- und die Gerätewarte 40 Euro (15). In der Diskussion stellte sich heraus, dass laut Erlass des Ministeriums mehr Geld möglich wäre. Für den Stadtwehrleiter zum Beispiel 200 Euro - eine Entschädigung, die andere Orte schon bezahlen. Der Hauptausschuss, der nächsten Montag tagt, soll prüfen, ob der Haushalt dies hergeben würde, der Ordnungsausschuss plädierte dafür.

Den Vorschlag des Stadtwehrleiters, den Kameraden pro Einsatz eine Aufwandsentschädigung von fünf Euro zu bezahlen, wollen die Ausschussmitglieder auf jeden Fall mit der neuen Satzung umsetzen. "Die Kameraden fahren unter großer Anspannung mit ihren eigenen Autos zum Gerätehaus, sind dann oft zwei, drei Stunden im Einsatz. Es ist höchste Zeit, dass sie, so wie andernorts auch, wenigstens die Unkosten erstattet bekommen", so Ulrich Ziegler.