Über ein Jahr ist es her, dass Soldaten des Panzerpionierbataillons 803 Havelberg an Brennpunkten in ganz Sachsen-Anhalt gegen die Flut kämpften. Gestern erhielten sie dafür die Anerkennung von staatlicher Seite.

Havelberg l Die Fluthilfe-Medaillen 2013 sind nun auch bei den Pionieren in der Elb-Havel-Kaserne angekommen. Zur Übergabe beim Appell in der Elb-Havel-Kaserne begrüßte Kommandeur Oberstleutnant Stefan Gruhn gestern dazu Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht und Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski. "Auch wenn die bewegten Wochen des Hochwassers 2013 an Elbe und Havel schon lange zurückliegen, bleibt dieses tragische Ereignis weiterhin in unserem Gedächtnis verhaftet", warf er den Blick zurück auf den Juni des vergangenen Jahres.

Rund 300 Soldaten des Panzerpionierbataillons 803 waren an Brennpunkten in Sachsen-Anhalt gefordert. Beginnend in Halle, ging es über Breitenhagen und Magdeburg weiter in die Elb-Havel-Region, wo Fischbeck, Hohengöhren, Kamern, Sandau und Havelberg zu den Einsatzorten gehörten. René Meier ist einer der Soldaten, der den Kampf gegen die Flut aufnahm. Nachdem der Deich bei Fischbeck gebrochen war, waren sein Fachwissen und Können beim Sprengen der Schuten zum Schließen der Deichlücke gefragt. "Aufgrund des Faktors Zeit war dies die einzige logische Entscheidung", sagte der Sprengmeister gestern im Gespräch mit der Volksstimme. Dass es nun eine Medaille für die Fluthilfe gab, sieht der Havelberger als Zeichen nach außen. "Ansonsten haben wir die Anerkennung für unsere Leistungen, die ja nicht ohne Risiko waren, aus der Öffentlichkeit schon bekommen."

Vielseitigkeit und Durchhaltevermögen

Der Kommandeur würdigte die Leistungen seiner Soldaten gestern, indem er die Vielseitigkeit, Spezialfähigkeit und das Durchhaltevermögen hervorhob. Er erinnerte zudem daran, dass das Bataillon im Juni dieses Jahres in der Staatskanzlei von Ministerpräsident Reiner Haseloff eine Ehrentafel als Dank und Anerkennung für die Verdienste im Hochwassereinsatz erhalten hatte. Die Anerkennung von Seiten der Bundeswehr stand noch aus.

Holger Stahlknecht dankte im Namen des Landes und aller Bürger den Soldaten für ihre Hilfe bei einer der größten Katastrophen. "Sie haben einen großen Teil am Meistern dieser Krise beigetragen."

Eine Abordnung von 27 Soldaten mit unterschiedlichen Dienstgraden trat nach vorn. Der Innenminister heftete jedem persönlich die Medaille an die Uniformjacke. Bürgermeister Bernd Poloski und der Kommandeur dankten den Soldaten ebenfalls und überreichten Urkunden. Währenddessen wurden auch in den Kompanien die Medaillen übergeben. Soldaten, die schon aus dem Dienst ausgeschieden sind oder inzwischen andernorts dienen, wurden die Medaillen und Urkunden nachgeschickt.

   

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