Den Volksstimme-Blumenstrauß des Monats November erhält Erhard Michael aus Kamern. Bürgermeister Arno Brandt schlug ihn vor - als Kassenwart in gleich zwei Vereinen.

Kamern l "Im Förderverein der Feuerwehr, der im Frühjahr 2013 gegründet worden war, fungiere ich als Vorsitzender - und Erhard Michael hat das wichtige Amt des Kassenwartes inne", begründete Bürgermeister Arno Brandt seinen Vorschlag. Im Gründungsjahr hatte der Kassierer auch gleich allerhand Arbeit: Tausende Euro an Spenden für die Flutopfer im Dorf flossen über das Konto des Fördervereins.

Zuvor war Erhard Michael für die Kameradschaftskasse der Wehr zuständig gewesen. Anfangs war er in der aktiven Gruppe, in den 1980-er Jahren war er als stellvertretender Wehrleiter zugleich für den vorbeugenden Brandschutz zuständig. Das Stellvertreteramt übte er bis in die 1990-er Jahre aus. Er verwaltet nicht nur die Finanzen, sondern bereitet auch Veranstaltungen vor, kauft Speisen und Getränke ein oder informiert die Presse.

Doch belässt es Erhard Michael mit dem einen Ehrenamt noch lange nicht: Auch im Rassekaninchenzuchtverein "Züchterglück" ist er als Kassierer für das liebe Geld zuständig. Seit 1978 züchtet er Kaninchen. Begonnen hatte er mit der Rasse Kleinsilber gelb, jetzt sind es die weißen Neuseeländer. Bis zu 30 Langohren sitzen in seinen Ställen.

Beim Sportverein Empor Kamern war Hobbyfußballer Erhard Michael nach dessen Gründung im Jahre 1968 sogar der erste Vorsitzende - und blieb es etliche Jahre. Es war damals nicht einfach gewesen, den Namen "Empor" zu bekommen, erinnert sich der 69-Jährige: Weil die LPG Hauptsponsor war, sollte man eigentlich "Traktor" heißen - "Empor" war dem Handel zugeordnet.

Vielleicht war das Nachgeben der Staatsorgane auch einem Wesenszug von Erhard Michael zu verdanken: "Ich vertrete immer meine Meinung und stehe auch dazu", ein bequemer Verhandlungspartner sei er nicht. Bevor über etwas entschieden wird, müsse man nach vorn denken, das Für und Wider abwägen.

Dabei hatte Erhard Michael im Vorjahr gewiss auch genug andere Arbeit gehabt: Wie so viele seiner Nachbarn war auch seine Wohnung geflutet gewesen. Zumindestens der untere Teil, an der Stufe hatte die Flut Halt gemacht. Dennoch musste der gesamte Fußboden raus, denn der Keller stand randvoll. In diesem hatte sich nicht nur sein Vereinsarchiv befunden, sondern auch das seines Bauplanungsbüros. Ein Neustart wäre sehr teuer geworden, so hängte er den Beruf endgültig an den Nagel.

Apropos hängen: Auch Geldscheine und wichtige Unterlagen aus den beiden Vereinen hingen bei ihm nach der Flut zum Trocknen auf der Wäscheleine.

Wenn auch Sie Vorschläge für den Blumenstrauß des Monats haben, rufen uns Sie unter 039387/76821 an.