Das Kulturprojekt Stadtinsel sucht gemeinsam mit der Stadt nach Wegen, um die Buchstation zu erhalten. Nachdem sie aufgrund hoher Heizkosten kurzfristig geschlossen war, ist sie nun zu verkürzten Zeiten geöffnet. Rund 5000 Bücher laden zum Lesen ein.

Havelberg l Christine Foege und Eileen Krüger sind in dicke Wintersachen gehüllt. Es ist kalt in der Buchstation. Die Nachtspeicheröfen haben zu hohen Heizkosten geführt, die fast das Ende des Vereins bedeutet hätten. Inzwischen sind alle Rechnungen für 2012 und 2013 aus eigener Kraft bezahlt, wie Vorstandsmitglied und Initiator des Kulturprojektes Stadtinsel Reinhart Richter gestern berichtet. Auch die Rechnungen für dieses Jahr können bezahlt werden. Doch die Öfen bleiben aus.

Vor wenigen Wochen hatte der Verein auf die Problematik aufmerksam gemacht und um finanzielle Unterstützung durch die Stadt gebeten, da die hohen Heizkosten, die in der Buchstation angefallen sind, das Budget überschritten. Das hatte der Stadtrat abgelehnt. Am Freitag fand nun auf Einladung von Bürgermeister Bernd Poloski ein Gespräch zu Zukunftsmöglichkeiten statt, an dem Mitglieder des Vereinsvorstandes sowie Vertreter von CDU-Fraktion und Fraktion der Mitte teilgenommen haben. "Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Buchstation eine gute und wichtige Arbeit für die Menschen in Havelberg und für ihre Gäste leistet und dass man gemeinsam versuchen will, Wege für ihren Erhalt zu finden", sagt Reinhart Richter.

Auch in der kalten Jahreszeit soll die Buchstation mit eingeschränkten Zeiten geöffnet bleiben, im vorigen Winter hatte sie einige Monate eine Zwangspause eingelegt. Nach Alternativen für die Heizung wird gesucht. Christine Foege, die die Einrichtung in der Langen Straße mit aufgebaut hat, sichert derzeit mit Bürgerarbeiterin Eileen Krüger diese Zeiten ab. "Ich kann die Buchstation nicht hinschmeißen. Hier steckt so viel Arbeit und ehrenamtliche Initiative drin", erklärt sie. Seit drei Jahren gibt es die Buchstation. Rund 5000 Bücher sowie Zeitschriften, Kassetten, DVDs und Schallplatten sind im Angebot, von Unterhaltungsliteratur über Sachbücher bis zur Fachliteratur. Für Kinder gibt es eine extra Abteilung mit Spielecke. Besucher können Bücher tauschen, ausleihen oder gegen eine Spende mit nach Hause nehmen. "Wir leben nur von Spenden und machen das hier alles nicht für uns, sondern für die Stadt und ihre Einwohner", gibt Christine Foege zu bedenken und berichtet von Grundschulklassen und Hortgruppen, die gern in die Buchstation kommen. Auch, um Kinofilme zu sehen. Das hat sich für Kindergeburtstage herumgesprochen. In diesem Jahre wurden bereits 1500 Besucher gezählt.

Doch so lange das Heizproblem nicht gelöst ist, sind Kino, Geburtstage und Lesungen nicht machbar. Damit werden die Spenden weniger, auf die die Buchstation angewiesen ist, um die Bewirtschaftungskosten bezahlen zu können. Einige Bürgerarbeiter sind bereits verabschiedet, da die Förderphase endete. Eileen Krüger geht Ende November. "Sie hat sich bereiterklärt, ehrenamtlich zu helfen, und wir haben auch noch weitere Freiwillige, die uns unterstützen wollen", ist Christine Foege froh über jede Hilfe. Noch mehr freuen würde sie sich über neue Mitstreiter im Verein, um die Angebote mit Buchstation und Galerien aufrechterhalten und die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen zu können.

Die Buchstation ist geöffnet: Montag und Dienstag 14 bis 17 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 10 bis 13 Uhr.