Wenn die Blätter von den Bäumen fallen, gedenken die Wuster einem ihrer berühmtesten Bürger: Hans-Herrmann von Katte. Er wurde am 9. November 1730 enthauptet.

Wust l Es war eine Freundschaft bis in den Tod hinein gewesen, welche den adligen Offizier aus Wust mit dem Kronprinzen Friedrich, dem späteren Friedrich dem Großen, verband. In jenen Tagen lädt der Geschichtskreis und Marionettenbühne Wulkow-Wust (GuM) zum Gedenken in die Kirche.

In diesem Jahr kamen jugendliche Programmgestalter hinzu: Schüler der 6. Klasse des Tangermünder Diesterweg-Gymnasiums hatten sich mit der Tragödie befasst, angeregt hatte dies die Deutsche Gesellschaft - dieser Verein wurde gleich nach der Wiedervereinigung gegründet. Er organisiert Bildungsprojekte in Osteuropa, aber auch in Deutschland. Der Freundeskreis "Schlösser und Gärten der Mark" des Vereins initiierte das Projekt "Dorf- und Schlossgeschichten", in dessen Rahmen sich die Tangermünder mit dem Teil der Wuster Geschichte befassten.

Marie Karstedt als Katte und Joline Spanka als Kronprinz spielten denn auch eine kurze Szene, bei welcher Katte von den Fluchtplänen des vom Vater gedemütigten Prinzen erfährt. Weil er als Offizier dies aus Freundschaft zum Prinzen nicht gemeldet hatte, galt dies als Hochverrat. Der König selbst verhängte dafür die Todesstrafe, der Leichnam ruht jetzt in der Wuster Gruft.

GuM-Ehrenvorsitzender und Pfarrer i.R. Karlheinz Stephan mahnte, dass man sich mit Geschichte befassen und diese achten sollte, "die Vorfahren haben uns mit ihren Erinnerungen Wichtiges zu berichten - so auch bei Katte".Theodor Fontane hatte damals darüber geschrieben. Der Redner erinnerte daran, dass der GuM hunderttausende Euro aufbrachte, um sechs Kirchen vor dem Verfall zu retten und Geschichte zu präsentieren.

Zum Abschluss legte GuM-Mitglied Hans Schulz in der Katte-Gruft an der Kirche einen Kranz nieder - und alle beteten das Vaterunser.

 

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