Die zweite durch die Flut 2013 zerstörte Straße im Landkreis Stendal ist saniert. Für 800000 Euro wurde die Fahrbahn auf der gut zwei Kilometer langen Piste von der L 18 nach Neukamern neu aufgebaut.

Neukamern l Freitagmittag in Neukamern. Einwohner, Vertreter der am Bau beteiligten Firmen und aus der Verbandsgemeinde begrüßen Landrat Carsten Wulfänger. Die Sonne hat sich nach Tagen dichten Nebels hervorgekämpft und strahlt am blauen Himmel. Beste Voraussetzungen für die Freigabe der Straße von Neukamern zur Landesstraße 18. In nur zwei Monaten Bauzeit ist die fünfeinhalb Meter breite Straße grundhaft saniert worden.

Es ist die zweite Straße im Landkreis Stendal, die nach der verheerenden Flut im Juni vergangenen Jahres fertiggestellt wurde, berichtet der Landrat. Die erste war die in Kabelitz. Am nächsten Dienstag wird die Straße von Waldfrieden nach Klein Damerow übergeben. Auch die Straße von Klietz nach Mahlitz wird in diesem Jahr noch fertig. "Insgesamt haben wir 25 Straßen- und Brückenbaumaßnahmen. Bis 2016 wollen wir alles geschafft haben", sagt Carsten Wulfänger und spricht von einem voraussichtlichen Kostenvolumen von 15 bis 20 Millionen Euro.

Er dankt in diesem Zusammenhang Bund und Ländern, die in den Topf zur Hochwasserschadensbeseitigung eingezahlt haben. Sein Dank geht zudem an alle am Bau beteiligten Firmen.

Der Landrat erinnerte an die Flutkatastrophe, bei der sich die Kraft des Wasser auch an der Straße nach Neukamern eindrucksvoll gezeigt hatte. Der Asphalt war regelrecht umgeklappt. Die Kreisstraße war ebenso wie der Bereich der Landstraße 18 zwischen Wulkau und dem Abzweig nach Neukamern zudem geschlitzt worden, um das Deichbruchwasser besser in Richtung Norden zur Havel leiten zu können.

Ein Dankeschön vom Landrat ging auch an die Einwohner, "ich habe keine Beschwerden erhalten". Schließlich sind Straßenbaumaßnahmen immer mit Einschränkungen verbunden. Vor allem angesichts der neuen Richtlinie der Berufsgenossenschaft, nach der zum Aufbringen des Asphalts eine Vollsperrung erforderlich ist. Für Bauleute wird ein Meter Sicherheitsabstand gefordert, der ist bei halbseitigem Verkehr nicht zu gewährleisten.

"Zum Glück haben wir den Schulsteig nach Kamern", erklärt Inge Andersch, dass die Neukamernschen einen guten Ausweich während der Bauphase hatten. Dass sie jetzt eine ordentliche Verbindung direkt zur Landstraße haben, freut auch Kerstin Martin und Doris Hünemörder.

Die Straße ist übrigens mit einer neuen Fahrbahnmarkierung versehen. Anstelle eines Mittel- und Seitenstreifens gibt es an den Seiten eine durchbrochene Linie. Die ist für schmalere Straßen vorgesehen und zeigt Kraftfahrern, dass bei Gegenverkehr beide ausweichen sollen. Dafür ist hinter der Linie ein halber Meter Platz, erklärt Thomas Müller, Sachgebietsleiter Straßenbau beim Landkreis. Angewendet wird dies in Sackgassen. Erlaubt sind 70 Kilometer pro Stunde.